Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird: Diakonie fordert besseren Schutz für verschuldete Menschen!
Viele Menschen mit Schulden erleben trotz klarer gesetzlicher Regelungen weiterhin erhebliche Schwierigkeiten mit ihren Pfändungsschutzkonten (P-Konten).
Guthaben werden nicht rechtzeitig freigegeben, Freibeträge verspätet berücksichtigt oder Kontoumwandlungen verzögert. Darauf macht die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni 2026 unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ aufmerksam.
Auch unsere Schuldner- und Insolvenzberatung kennt diese Probleme aus der täglichen Praxis. Monatlich werden in Deutschland rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen ausgesprochen. Für die Betroffenen kann dies schnell existenzielle Folgen haben.
„Ein Pfändungsschutzkonto soll Menschen in finanziellen Notlagen schützen und sicherstellen, dass sie weiterhin über das Geld verfügen können, das sie für ihren Lebensunterhalt benötigen. In der Praxis erleben wir jedoch immer wieder, dass Betroffene wochenlang auf ihr eigenes Geld warten müssen. Das darf nicht sein“, sagt Vanessa Kamphemann, Vorstand der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Das P-Konto schützt automatisch einen gesetzlich festgelegten Freibetrag vor dem Zugriff von Gläubigern. Menschen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebenssituationen können Anspruch auf höhere Freibeträge haben. Dennoch kommt es häufig zu Problemen bei der Umsetzung durch Kreditinstitute.
„Die Frage ,Wie komme ich an mein Geld?‘ hören wir in unseren Beratungen regelmäßig“, berichtet Jürgen Eiting, Mitarbeiter der Schuldner- und Insolvenzberatung in Paderborn. „Wenn Miete, Strom oder notwendige Einkäufe nicht bezahlt werden können, geraten Menschen zusätzlich unter enormen Druck. Deshalb brauchen Betroffene schnelle und verlässliche Unterstützung.“
Wir unterstützen die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). Dazu gehören klare Standards für Banken, gut erreichbare Ansprechstellen, ausreichend geschultes Personal sowie wirksame Sanktionen bei Verstößen gegen die gesetzlichen Vorgaben.
Telefonsprechstunde zum Thema Schulden und P-Konto
Im Rahmen der Aktionswoche bietet die Schuldner- und Insolvenzberatung in Paderborn eine Telefonsprechstunde an!
Dienstag, 16. Juni 2026
in der Zeit von 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr
unter 05251 540 18 48
Jürgen Eiting (Schuldnerberater) informieren rund um die Themen Schulden, Kontopfändung, Pfändungsschutzkonto (P-Konto) und Möglichkeiten der Unterstützung.
Interessierte können ihre Fragen unkompliziert telefonisch stellen und erste Orientierung erhalten.
Niemand sollte wegen bürokratischer Hürden den Zugang zu seinem Existenzminimum verlieren. Mit unserer Telefonsprechstunde möchten wir Betroffenen eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, Informationen und Unterstützung zu erhalten.



