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Schülerworkshops der Integrationsagentur Diakonie Paderborn-Höxter e.V. mit dem Schauspieler-Duo „Zuvielcourage“

2019 01 30 Schuelerworkshops Theatergruppe 151916 kl

Arbeiten mit Schülern: Jürgen Albrecht als „Herr Schröder“ und Karin Kettling als „Frau Mutig“ vom Duo „Zuvielcourage“ stellen in gespielten Streitgesprächen Alltagsrassismus szenisch dar. Foto: Duo „Zuvielcourage“

Paderborn (dph). Brigitte Kaese von der Integrationsagentur der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. hat eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Gemeinsam Flagge zeigen“ in Paderborner Schulen zum Thema Zivilcourage gestartet. Es geht ums Einmischen, Mitreden, sich trauen und Mut machen im Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Sprüchen, rechten Parolen, rassistischen Äußerungen und Diskriminierung im Alltag von Jugendlichen.

Mit Hilfe des Workshops wird den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen der Realschule Schloß Neuhaus und der Gesamtschule Elsen gezeigt, wie es gelingen kann, Zivilcourage im Alltag zu zeigen. Das zweistündige Projekt ist aufgebaut als Theaterstück und anschließendem Argumentationstraining für die Schüler zum Üben von neuen Reaktionsmustern. Dazu hat Brigitte Kaese von der Integrationsagentur der Diakonie das Duo „Zuvielcourage“ engagiert. Die beiden Schauspieler Karin Kettling und Jürgen Albrecht stellen in den Rollen von „Herrn Schröder“ und Frau Mutig“ in gespielten Streitgesprächen Alltagsrassismus szenisch dar.

Sie haben den bühnenreifen Crashkurs in politischer Einmischung entwickelt, bei dem es darum geht, auf kurzweilige Weise wirkungsvolles „Mundwerkzeug“ zu vermitteln, mit dem man künftig ausländerfeindlichen, herabsetzenden oder diffamierenden Äußerungen kommunikativ geschickt begegnen kann. Das Programm geht zurück auf das Buch „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ von Prof. Dr. Hufers.

Das Schauspieler-Duo tourt seit rund zwei Jahren mit ihrem Programm und hat bisher viel Zuspruch erhalten. „Der Wille, sich ins Gespräch zu begeben statt zu schweigen, nimmt überall zu“ beobachten sie. Karin Kettling arbeitet seit 1989 im professionellen Schauspiel, davon acht Jahre im Theater Oberhausen. Zurzeit ist sie freiberuflich, auch als Sängerin, Sprecherin und Stimmcoach in Jugendprojekten und der Erwachsenenbildung tätig. .Im Oktober 2016 hat sie bei ARIC Duisburg eine Ausbildung zur Antirassismustrainerin absolviert. Jürgen Albrecht, Schauspieler aus Köln, arbeitet regelmäßig als Sprecher für den Deutschlandfunk, als Theaterlehrer und Regisseur in Projekten mit Erwachsenen und Jugendlichen. Seit November 2015 ist er geprüfter Theaterpädagoge (BuT).

Vorurteile entkräften, Grenzen setzen, humorvoll reagieren – all das verstehen die Schauspieler unter Zivilcourage. Jürgen Albrecht erzählt, dass so mancher Teilnehmer darüber stöhnt, wie anstrengend das Argumentieren ist. „Leider haben wir in Deutschland verlernt zu diskutieren und uns zu positionieren“. Genau dazu will er auch die eher schüchternen, zurückhaltenden Zuschauer/Schüler ermutigen. „Denn um mich einzumischen, muss ich kein Experte mit Fachwissen sein“, betont der Schauspieler.

Die Initiative zum Engagement des Theaters gegen Rechtspopulismus als landesweite Veranstaltungsreihe ging von der Fachbegleitung der Integrationsagenturen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Ioanna Zacharaki, aus. Brigitte Kaese von der Integrationsagentur der Diakonie in Paderborn war sofort begeistert von dem Theater, das Zivilcourage unter die Leute bringen will, und hat deshalb versucht, ein möglichst großes Budget dafür nach Paderborn zu holen. Mit der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam Flagge zeigen“ und insgesamt 12 verschiedenen Veranstaltungen in Paderborn ist das schon einmal ein guter Anfang, findet sie.

Dazu gehören die Schulworkshops, die im Januar und Februar 2019 in insgesamt zehn Klassen in der Realschule Schloß Neuhaus und der Gesamtschule Elsen durchgeführt werden können, ein Training. das sich bereits im November an 20 Fachkräfte der Diakonie aus dem Arbeitsbereich Flucht und Migration richtete, und eine für den Februar 2019 geplante Kneipentour, zu der die Schauspieler vor einem offenen, interessierten Publikum, voraussichtlich in der Paderborner Kulturkneipe „Sputnik“ (ist noch in Vorbereitung) spielen und diskutieren.

Antirassismusarbeit ist einer der Aufgabenbereiche der Integrationsagenturen NRW, die strukturelle Arbeit im Bereich Flucht, Migration und Integration leisten. „Wenn die Auseinandersetzung mit diesem gesellschaftlich und politisch wichtigen Thema auf eine positive Art und Weise geschehen kann, die anspricht, dann haben auch Schüler Lust sich damit zu beschäftigen“, ist Brigitte Kaese überzeugt und freut sich auf das Projekt.

Kontakt: Brigitte Kaese
Integrationsagentur der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Tel. 05251 5002 98
Mobil 0176 62843650


Hilfe Für Flüchtlinge

 

 

Termine

26. Februar 2019, 14.30 Uhr: Elterngesprächskreis "Mein Kind kommt in die Schule", in Bad Lippspringe, Ev. Familienzentrum, Templiner Allee 12.


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