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Gewaltpräventives Projekt "Respect Me!" der Diakonie nach drei Jahren beendet
Jugendliche suchen bei Konflikten jetzt Lösungen
Paderborn (dph). Workshops wie "Boxen und Regeln", "Ringen und Selbstbehauptung", Foto- und Kunstwettbewerbe zu Gewalt und Frieden sowie erlebnispädagogische Aktionen wie Bogenschießen oder Fahrten unter anderem nach Berlin mit Besuch der Mauergedenkstätte – seit September 2007 ging es beim auf drei Jahre angelegten gewaltpräventiven Projekt "Respect me!" der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. um das Gewaltverständnis und Gewalterfahrungen von Jugendlichen. Zum Abschluss wurde mit Jugendlichen, Bewohnern, Kooperationspartnern sowie haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden gefeiert.
"Für uns ist es ein besonderer Erfolg, dass es gelungen ist, eine langfristige Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, die durch andere soziale Angebote bis dahin nicht erreicht wurden", sagt Diplom-Sozialarbeiter Sebastian Roesler, der von Anfang an für "Respect me!" gearbeitet hat. "Ein Ergebnis ist es, dass die Jugendlichen dank des Projektes jetzt lösungsorientierter mit Konfliktsituationen umgeben und es dadurch weniger zur Eskalation von Gewalt kommt", zieht Roesler eine positive Bilanz.
Das Projekt in der Anlaufstelle "Unter dem Regenbogen" der Diakonie am Kaukenberg richtete sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte im Alter von 13 bis 27 Jahren in den Stadtvierteln Lieth, Goldgrund und Kaukenberg. Das individuelle Gewaltverständnis der Jugendlichen sowie der Bezug von Kultur und Religion zur Gewalt sollte herausgestellt werden. Dazu gab es neben wöchentlichen "offenen Gruppenabenden" und regelmäßiger Streetworkarbeit auch Aktionstage und Workshops. Ziel war es, ein gewaltpräventives Konzept für die Arbeit mit Migrantenjugendlichen zu entwickeln. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
"Eine besondere Herausforderung war es, ehrenamtliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Kreis der Jugendlichen für die Arbeit zu gewinnen", so Diplom-Pädagogin Christina Vetter. Diese wären jetzt in größerer Zahl nötig, denn nach dem Auslaufen des Projektes könne die gewaltpräventive Arbeit wegen fehlender Fördermittel nur noch in einem deutlich geringeren Umfang geleistet werden, betonte Vetter.
Insgesamt wurden über 400 Jugendliche durch das Projekt erreicht, die Mehrheit zwischen 13 und 21 Jahre alt. 79 Prozent der Teilnehmenden waren männlich, 21 Prozent weiblich und 96 Prozent hatten eine Zuwanderungsgeschichte. Es gab mehr als 100 Projektabende, drei mehrtägige Projektfahrten und zahlreiche Workshops zu aktuellen Themen wie "Gewalt in den Medien" oder "Fußball und Gewalt". Außerdem gab es spezielle Angebote für Jungen ("Männerbilder") und Mädchen ("Selbstbestimmung"). Kooperationspartner waren der Sportverein TV 1875, die Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, die Kinder- und Jugendzentren No.1 und JuKiZ der Stadt Paderborn und die Anlaufstelle für Jugendliche in Konfliktsituationen (Lobby) des Caritasverbandes Paderborn.
www.diakonie-pbhx.de
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