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Festempfang zum Jubiläum der Ökumenischen Bahnhofsmission Paderborn
Seit 100 Jahren Kirche am Bahnhof
Paderborn (dph). Tag für Tag hilft die Bahnhofsmission Reisenden und Menschen in Not – am Hauptbahnhof in Paderborn seit 1910. Dafür gab es beim Festempfang im Paderborner Rathaus zum 100. Geburtstag der Ökumenischen Bahnhofsmission Glückwünsche und Dank von vielen Seiten.
"Sie sind Botschafter des sozialen Paderborn", sagte Bürgermeister Heinz Paus in Richtung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Bahnhofsmission sei eine "erfolgreiche Jubilarin", die christliche Nächstenliebe Realität werden lasse. "Die Bahnhofsmission wird nicht überflüssig werden", ist der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmitz überzeugt. Sie stelle sich flexibel auf die Bedürfnisse der Menschen ein.
Dass anfangs noch nach Konfessionen getrennt gearbeitet wurde, die evangelische und katholische Bahnhofsmission aber im Laufe der Jahre immer enger zusammenrückten, daran erinnerte Christian Baron, Vorsitzender der ökumenischen Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission in Deutschland. So sei "ein großer Schatz" gewachsen, und die Bahnhofsmissionen hätten Kirchen- und Sozialgeschichte geschrieben. Für Karen Sommer-Loeffen von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ist die Bahnhofsmission eine immer notwendiger werdende Einrichtung, denn "Mobilität gehört heute zur Lebensqualität."
Auch die Bahn schätzt die Arbeit der Bahnhofsmission. "Bahnhöfe spiegeln die Realität in der Gesellschaft wider", sagte Martin Nowosad vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn AG. Die Bahn allein wäre gar nicht in der Lage, auf die Bedürfnisse aller Menschen an den Bahnhöfen (in Paderborn sind es 10.000 Reisende täglich) einzugehen.
Auf eine Reise in die Geschichte der "Kirche am Bahnhof" nahmen die Vertreterinnen der Träger der Paderborner Bahnhofsmission, Elisabeth Keuper und Marianne Kaufmann (IN VIA Paderborn e.V.) sowie Jutta Vormberg (Diakonie Paderborn-Höxter e.V.), die Gäste mit. 1894 wurde die erste Bahnhofsmission in Berlin gegründet. Ein Stummfilm zeigte, dass es damals darum ging, junge Frauen, die auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Stadt kamen, vor den Gefahren der Großstadt zu schützen.
Wie die Arbeit in der Paderborner Bahnhofsmission in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts aussah, davon erzählte die ehemalige ehrenamtliche Mitarbeiterin Hedwig Timm (87 J.). Geholfen wurde Gastarbeitern aus Italien ebenso wie Rentnern aus der DDR, und im grünen Holzgebäude auf Gleis 1 machten Fahrschüler ihre Hausaufgaben. "Langeweile hat es in der Bahnhofsmission nie gegeben, sondern viele Sachen, mit denen man gar nicht rechnet", erinnerte sich Timm.
Warja Rehm, von 1982 bis Ende 2000 Leiterin der Bahnhofsmission, berichtete vom Neubau des roten Klinkergebäudes Anfang der 90er Jahre und vom Hilfsangebot für Nichtsesshafte oder Suchtkranke. Die Bahnhofsmission sei erste Anlaufstelle für Gespräche und leite ins soziale Netz weiter, beschrieb Rehm die Aufgabe. In die Gegenwart ging es mit Sabine Bergmaier, seit April 2010 Leiterin der Bahnhofsmission. Sie stellte den neuen Service der Begleitung im Nahverkehr mit der Mobilen Bahnhofsmission vor.
Für ihr fünfjähriges Engagement in der Bahnhofsmission wurden die folgenden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geehrt: Elisabeth Steinmetz, Gabriele Petermeier, Dr. Heinrich Niederfahrenhorst, Gerda Hellweg und Gerd Borchmeier. Geehrt wurde auch Helmut Steinmetz, der die Festschrift zum Jubiläum ehrenamtlich erstellt hat.
Chansons von Birgit Noll (Gesang) und Gogo Gemke (Fügel), pantomimische Reiseszenen mit Alf Neuber und Nico Dembowski und Stepptanz mit Birgit Brade und Verena Arnhold sorgten für die künstlerische Gestaltung der Jubiläumsfeier.
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