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Gemeinsames Projekt der ARGE Kreis Höxter und der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Langzeitarbeitslose mit Suchtproblematik gestalten Außenanlagen von Haus Phöbe
Rimbeck. Rund 500 Quadratmeter sind zu beackern, bis die Gartenanlagen des Altenheims Haus Phöbe der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. in Rimbeck richtig schmuck und einladend sind. Seit Mitte März sind 14 Langzeitarbeitslose mit Suchtproblematik am Werk. Sie wollen sowohl dem Garten als auch ihrem Leben eine neue Struktur geben.
Für das Beschäftigungsprojekt arbeiten die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. und die ARGE (Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitssuchender) des Kreises Höxter zusammen. Katharina Linpinsel, Leiterin der Diakonie-Stelle Warburg, hatte dieses kreisweit erste und einzige Projekt angestoßen: "Es geht darum, Langzeitarbeitslose mit einer Suchterkrankung zu stabilisieren und ihnen eine neue Tagesstruktur zu geben." Denn ohne eine geregelte Struktur liefen viele Maßnahmen ins Leere, weiß Geschäftsführerin Jutta Vormberg von der Diakonie Paderborn-Höxter.
30 Stunden in der Woche arbeiten die drei Frauen und elf Männer zwischen 30 und 40 Jahren in der Maßnahme. Davon 18 Stunden mit Landschaftsgärtner Frank Ulinski in den Gärten von Haus Phöbe. 12 weitere Stunden pro Woche laufen Qualifizierungsmaßnahmen, beispielsweise ein Bewerbungstraining. Begleitet werden die Teilnehmer von den Sozialarbeitern Gunnar Davin und Maria Feldkamp. Zu der Qualifizierung gehören auch ganz lebenspraktische Fragen, wie
der Umgang mit Geld.
Der Einsatz hat sich gelohnt: Zwei Teilnehmer konnten bereits auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden: ein Mann im Trockenbau und eine Putzfrau. Aber auch die anderen Teilnehmer wissen diese Chance zu nutzen: "Die Leute wollen ihr Leben wirklich umkrempeln", betont Ulinski. Dazu gehört auch ein geregelter Tagesablauf: Aufstehen, zur Arbeit fahren, Pausieren, Durchhalten. "Ich fühle mich absolut gut damit, habe mehr Kraft und bin körperlich fitter", berichtet ein Teilnehmer, der anonym bleiben will. Auch Körpereinsatz ist gefragt: "40 Tonnen Schotter haben wir von Hand bewegt", erzählt der Teilnehmer.
Rund 20.000 Euro hat die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen für die Gärten investiert, um neue Begegnungsstätten in Mutter Natur zu schaffen. Mitte September soll der Garten fertig sein, dann wird ein neues gemeinnütziges Projekt gesucht. Denn die Bilanz des Pilotprojekts sei gut. Statt hohen Drucks und Sanktionen werde bei dem Konzept auf verzahnte Begleitung durch die Sozialarbeiter und die Fachkräfte der Diakonie, etwa in der Sucht- und Schuldnerberatung, gesetzt. "Ich möchte etwas tun", zitiert Geschäftsführerin Jutta Vormberg die Teilnehmer. Das hören Geschäftsführer Martin Schoppmeier und Thomas Stock von der ARGE gern. Sie haben mit dem Projekt Neuland betreten und mit Startschwierigkeiten gerechnet. "Aber bisher mussten nur wenige Teilnehmer aus gesundheitlichen Gründen abbrechen", sagt Stock.
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