Krankenhaus- und Altenhilfe-Seelsorge bringt "Nutzen und Segen"

ST. JOHANNISSTIFT: Abschied und Neubeginn gefeiert

PADERBORN (wels) – Abschied und Neubeginn im Bereich der Seelsorgearbeit wurden jetzt im St. Johannisstift Paderborn mit einem Gottesdienst und einem Empfang im Dietrich-Bonhoeffer-Haus gefeiert: Die diakonische Stiftung verabschiedete ihren seit 2003 tätigen evangelischen Krankenhausseelsorger, Pfarrer Peter Dalheimer (59), in den Ruhestand und begrüßte seinen Nachfolger, Pfarrer Ludwig Sanders (46). Außerdem wurde als neue Seelsorgerin für die Einrichtungen der Altenhilfe in Paderborn und Lippstadt die langjährige Bad Driburger Gemeindepädagogin Rotraut Hartwich-Stüwe (48) begrüßt.
 
Als „Pfarrer in Rufweite“ zum St. Johannisstift bezeichnete Kuratoriumsvorsitzender, Pfarrer Gunnar Grahl, den in der Nachbarschaft wohnenden, scheidenden Krankenhaus-Seelsorger. Peter Dalheimer wird im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn weiterhin den Vorsitz des Arbeitskreises Tansania übernehmen. Als Pfarrer im Entsendungsdienst war der gebürtige Lüdenscheider außerdem in der Kirchengemeinde Steinheim tätig. Hier wird er im Gottesdienst am 1. Advent, um 10 Uhr verabschiedet.
 
Dank für die gute diakonische Arbeit und Wünsche für die Zukunft von Peter und Bärbel Dalheimer sprach neben St. Johannisstift-Vorstand Annegret Jäger auch der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Gregor Haunerland, aus: „Sie haben hier Nutzen und Segen geschaffen.“ Trösten und Schmerz zu teilen, sei eine ganz wichtige Funktion im Krankenhaus. Dies geschehe unter anderem durch Zuhören, Gottesdienste und Gespräche mit Patienten, Angehörigen und den Haupt- und Ehrenamtlichen. Longinus Lomp, Geschäftsbereichsleitung Altenhilfe Paderborn im St. Johannisstift, bezeichnete „Seelsorge als wesentlich für unser evangelisches Selbstverständnis“. Die Kraftquelle für Patienten und Senioren wie für die Seelsorger selbst sei Gott. „Das diakonische Profil braucht sichtbare Zeichen wie diesen Gottesdienst. Ein weiteres Zeichen ist es, dass das St. Johannisstift heute zwei Seelsorger in den Dienst beruft“, so Vorstand Annegret Jäger.
 
Als Vertreter des Kirchenkreises waren bei der Feier auch Diakoniepfarrer Ulrich Richter und die Vorsitzende des Seelsorgekonvents, Pfarrerin Christel Schuchardt, dabei. Superintendentin Anke Schröder nahm an der zeitgleichen Landessynode in Bielefeld teil.
 
Peter Dalheimer kam im Juli 2003 als Seelsorger zum St. Johannisstift. Auf das Studium zum Elektroingenieur folgte das Theologiestudium. Im Kirchenkreis Bochum war er als Gemeindepfarrer und Umweltbeauftragter tätig und begleitete Arbeitslosenprojekte. Zusatzqualifikationen waren eine Ausbildung zum Umweltberater, zum Coach sowie im Bereich Supervision. Seinen Abschied nutzte Dalheimer auch, um sich bei seinen katholischen Kollegen für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Die Gottesdienst-Kollekte, so sein Wunsch, geht an den Partner-Kirchenkreis in Tansania.
 
Dalheimers Nachfolger, Pfarrer Ludwig Sanders, ist neben seiner Tätigkeit im St. Johannisstift auch Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hövelhof (seit 2003). Bis zum Wechsel zum St. Johannisstift war der gebürtige Ostfriese (Leer) seit 2004 Seelsorger im St. Josef Brüderkrankenhaus. Evangelische Theologie studierte Sanders in Münster, Marburg und Göttingen. In den Kirchenkreisen Hagen und Schwelm arbeitete er als Pfarrer in Kirchengemeinden und in der JVA Hagen. Mit seiner Frau, der Bad Lippspringer Kurseelsorgerin, Pfarrerin Kerstin Heibrock, und den beiden Kindern Richard (11) und Helene (7) wohnt er in Bad Lippspringe.
 
Die gebürtige Braunschweigerin Rotraut Hartwich-Stüwe absolvierte nach dem Abitur ein einjähriges Praktikum in Kirchengemeinden. 1981 begann sie mit der Ausbildung zur Gemeindehelferin und Diakonin in Bad Salzuflen. 1988 wechselte sie zur Evangelischen Kirchengemeinde Bad Driburg, wo sie über 20 Jahre als Gemeindepädagogin unter anderem mit dem Schwerpunkt Seniorenarbeit tätig war. Im Kirchenkreis Paderborn war Hartwich-Stüwe zudem Beauftragte für Kindergottesdienstarbeit. Zahlreiche Fortbildungen wie die Begleitung Demenzkranker, Bewegungsübungen mit Senioren und Gesprächsführung begleiteten ihre Berufstätigkeit. 2003 bis 2004 absolvierte Rotraut Hartwich-Stüwe einen Vokationskurs in Villigst (Schwerte). Gottesdienste zu leiten sowie Wort und Sakrament zu verwalten, gehört seitdem zu ihren Aufgaben. Nach einer Vakanz im St. Johannisstift hat Hartwich-Stüwe im Oktober ihren Dienst in den Altenhilfe-Einrichtungen der Stiftung angetreten: in Paderborn im Evangelischen Altenheim, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus für Betreutes Wohnen, im neuen Sophie Cammann-Haus für Menschen mit Demenz und in Lippstadt im Seniorenzentrum von Bodelschwingh. Rotraut Hartwich-Stüwe lebt mit ihrem Mann in Bad Driburg.
 


St JohannisStift Abschied Begrueßung
Finden Seelsorge unverzichtbar: (v.l.) St. Johannisstift-Vorstand Annegret Jäger, die Vorsitzende des Seelsorgekonvents im Kirchenkreis, Pfarrerin Christel Schuchardt, der neue Krankenhaus-Seelsorger Ludwig Sanders, die neue Altenhilfe-Seelsorgerin Rotraut Hartwich Stüwe, der scheidende Krankenhaus-Seelsorger Peter Dalheimer mit Ehefrau Bärbel Dalheimer sowie St. Johannisstift-Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Gunnar Grahl.
FOTO: HEIDE WELSLAU

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