Mitgliederversammlung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.

Zehn Jahre Diakonieverein: Immer wieder neue Wege gehen

Bad Driburg/Kreis Paderborn/Kreis Höxter (dph). Im Jahr 1999 wurde die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. gegründet. Daher stand bei der diesjährigen Mitgliederversammlung, neben dem Bericht des Vorstands, der Rückblick auf zehn Jahre Diakonieverein im Mittelpunkt.
 
Mitgliederversamlung
Erinnerten an die Anfänge des Diakonievereins: Schwester Marlis (v. l.), Detlev Schuchardt (Diakoniepfarrer 1995-2009), Moderator Diakoniepfarrer Ulrich Richter, Superintendent i. R. Christoph Berthold und Birgit Möhrke-Schreiner.

Foto: Oliver Claes

„Wir sind dazu verpflichtet, immer wieder neue Wege zu gehen, um die Menschen zu erreichen.“ Diesen programmatischen Satz stellte Geschäftsführerin und Vorstand Jutta Vormberg ihrem Bericht über die Arbeit der Diakonie im vergangenen Jahr voran. Stärken der Diakonie – mit Standorten in Paderborn, Höxter und Warburg – sieht Jutta Vormberg in der Gemeinwesenorientierung, der Qualität der langjährigen Mitarbeiter sowie im hohen Grad der Vernetzung. Außerdem gebe es keinen Arbeitsbereich der Diakonie, der nicht durch Ehrenamtliche unterstützt werde, betonte die Geschäftsführerin und dankte für das Engagement.
 
Beispiele für erfolgreiche Kooperationen finden sich in allen Arbeitsbereichen der Diakonie. So kooperiert die Familien- und Lebensberatung der Diakonie gegenwärtig mit 12 Familienzentren und bietet dort Elterngesprächskreise und Beratung in allen Lebensfragen an.
 
Zusammenarbeit mit Partnern gibt es unter anderem auch bei der Schuldner- und Insolvenzberatung sowie der Suchtberatung. Die Schuldnerberatung in Paderborn wurde mit Unterstützung des Kreises um eine Vollzeitstelle ausgebaut, die sich Diakonie und Caritas teilen. Die zusätzliche Beratung findet direkt in den Räumen der ARGE statt. Im Kreis Höxter beabsichtigt die Suchtberatung, sich an einer Projektgruppe zu beteiligen, um Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Die Suchtberatung habe eine hohe Bedeutung, sagte Vormberg und verwies auf eine aktuelle Studie zum überdurchschnittlichen Alkoholkonsum von Jugendlichen im Kreis Höxter. Die Zunahme der Armutsverhältnisse wirke sich auch in den Beratungseinrichtungen der Diakonie aus. Es würde deutlich mehr nach konkreten materiellen Hilfen gefragt, erklärte Jutta Vormberg.
 
Um Rückblick, Bilanz und Ausblick ging es in einer Gesprächsrunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. Moderiert wurde sie von Pfarrer Ulrich Richter, der seit diesem Jahr Diakoniepfarrer ist. Mit dabei waren Menschen der ersten Stunde.
 
„Die Diakonie muss selbständig werden“, diese Überlegung habe hinter der Idee für eine Umwandlung des damaligen Diakonischen Werks des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn in einen eigenständigen Verein gesteckt, berichtete Superintendent i. R. Christoph Berthold. Die Kirchengemeinden sollten stärker von der Diakonie profitieren, so Berthold. Am Anfang habe es Vorbehalte gegen die Vereinsgründung gegeben, sagte Birgit Möhrke-Schreiner, Geschäftsführerin des Petri-Stifts in Höxter. Einige hätten die Sorge gehabt, vereinnahmt zu werden. Ziel sei aber gewesen, gemeinsam Probleme zu lösen.
 
Vor der Vereinsgründung habe es kaum Zusammenarbeit der verschiedenen diakonischen Träger gegeben, erinnerte sich Schwester Marlis von der Diakonissen-Kommunität Zionsberg in Warburg. Im Laufe der zehn Jahre sei ein „starkes Miteinander“ entstanden. Für die Zukunft wünscht sich Pfarrer Detlev Schuchardt (1995-2009 Diakoniepfarrer), dass bei allen Hilfen für Benachteiligte der politische Absatz nicht zu kurz kommt. „Die Diakonie muss benennen, wo es Ungerechtigkeit gibt und klar Position beziehen.“
 
Zur aktuellen Situation sagte Superintendentin Anke Schröder, Vorsitzende des Verwaltungsrates, die Diakonie Paderborn-Höxter habe sich als kleiner Diakonieverein entschieden, selbständig zu bleiben. „Die Diakonie ist daher bewusst auf die Kirchengemeinden zugegangen, um die Gemeinsamkeiten zu suchen.“
 


Mitgliederversamlung
Verwaltungsrat und Vorstand der Diakonie: Superintendentin Anke Schröder (v. l.), Nelo Thies, Wolfgang Weigel, Geschäftsführerin Jutta Vormberg, Peter Janwlecke und Diakoniepfarrer Ulrich Richter mit den Gästen der ersten Stunde Birgit Möhrke-Schreiner, Detlev Schuchardt, Schwester Marlis und Superintendent i. R. Christoph Berthold.
Foto: Oliver Claes

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