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Synodalversammlung der Evangelischen Kirche: "Globalisierung gestalten!"
Gerechtigkeit durch soziale, ethische und Umweltschutz-Standards
LICHTENAU/KREIS HÖXTER (ekp). "Globalisierung gestalten! - Staat und Kirche: Herausgefordert zu Recht und Frieden in der einen Welt". Mit diesem Thema setzten sich am 18. September 110 Mitglieder der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, sechs Gäste aus dem Partner-Kirchenkreis in Tansania Kusini B und hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wohlfahrtspflege auseinander. Die Synodalversammlung des Kirchenkreises fand im Technologiezentrum Lichtenau statt. Hintergrund war die aktuelle Hauptvorlage der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zum Thema „Globalisierung“. Vorbereitet wurde die Synodalversammlung vom Ausschuss für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) im Kirchenkreis Paderborn.
„Wie können wir in einer globalisierten Welt gesund, fröhlich und hoffnungsvoll bleiben?“, fragte die leitende Theologin des Kirchenkreises, Superintendentin Anke Schröder, in ihrem geistlichen Impuls zu Beginn. Es gehe darum, „in Beziehung zu bleiben zu den Menschen, die nah und fern leben, und zu dieser Erde“, machte sie deutlich. Erbarmen und Mitgefühl sei neben Denken, Reden und Handeln erforderlich.
In seinem Impulsreferat stellte Pfarrer Martin Domke (MÖWe EKvW, Geschäftsführer Eine-Welt-Zentrum Herne) fest, dass es zuallererst Aufgabe des Staates sei, für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen. Aufgabe der Kirche sei es, an die daraus folgenden Aufgaben und Grenzen zu erinnern, zu mahnen, zu fordern, womöglich anzuklagen, Alternativen zu nennen und Visionen zu entwickeln. „Wir brauchen nachhaltige Formen des Lebens und des Wirtschaftens“, so Domke. „Wir sollen zum Leben umkehren und das in allen Bereichen“, beschrieb er die Notwendigkeit einer „Umsteuerung“.
In vier Arbeitsgruppen wurde über einzelne Aspekte des Themas diskutiert. In der Arbeitsgruppe „Globalisierung: Herausforderung für Kirche und Staat“ herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass einzelne Staaten die mit der Globalisierung verbundenen Herausforderungen nicht lösen können. Von der Kirche erwartet der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok, dass sie ein Wertesystem bereit stellt, sich aber nicht in Details verliert. Die grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer wünscht sich dagegen eine Kirche, die unbequem ist und den Staat immer wieder mahnt, für eine bessere Welt zu sorgen.
Um Möglichkeiten, Geld nachhaltig anzulegen ging es in der Arbeitsgruppe „Mit Geld zur Gerechtigkeit beitragen“. Banker wie Wolfgang Hamacher (WGZ Bank AG Düsseldorf) und Christian Müller (Bank für Kirche und Diakonie) sowie Antje Schneeweiß (Institut für Ökonomie und Ökumene: Südwind) stellten Filterkriterien vor, nach denen Unternehmen bei der Geldanlage ausgeschlossen werden, die soziale und ethische Kriterien sowie Umweltschutzstandards nicht erfüllen.
Fragen der Nahrungsmittelproduktion standen im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe „Niemand is(s)t für sich allein mit Bernd Schütze („Brot für die Welt“ Westfalen), Jürgen Nachtigal (Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW) und Bio-Bauer Josef Jacobi. Die aktuelle Auseinandersetzung um einen gerechten Milchpreis wurde ebenso diskutiert wie die Auswirkungen der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft. Die Konsumenten hätten die „Macht des Einkaufswagens“, indem sie regionale und fair gehandelte Produkte bevorzugten, so das Fazit der Arbeitsgruppe.
Die Arbeitsgruppe „Klima der Gerechtigkeit“ behandelte das Thema Energie. Einigkeit herrschte darüber, dass der weltweite Energiebedarf drastisch wachsen werde. Durch Energiesparen könne jeder seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Unterschiedliche Vorstellungen gab es über die zukünftige Energieproduktion. Norbert Kortlüke (Berater für Emissionshandel) und Bernd Grau (Naturstrom) setzten sich für regenerative Energien und dezentrale Versorgung ein. Michael Wippermann (e.on Westfalen-Weser) für neue, verbesserte Kohlekraftwerke.
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