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Zehn Jahre Ambulanter Hospizdienst St. Johannisstift e.V.
Die Hospizbewegung ist in der Bevölkerung angekommen
Paderborn. Vor zehn Jahren nahm der Gedanke, sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg in der vertrauten häuslichen Umgebung zu begleiten Gestalt an. 1999 wurde der Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. gegründet. Damals war es der erste ambulante Hospizdienst in Paderborn. „Heute ist die Hospizbewegung in der Bevölkerung angekommen“, sagte Christiane Kohlenberg-Hadaschik, eine der zwei hauptamtlichen Koordinatorinnen des Hospizdienstes, in ihrem Rückblick auf die Geschichte des Vereins.
Rund 130 Gäste waren zur Festveranstaltung ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus gekommen. Darunter die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder, Landrat Manfred Müller, Paderborns stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt, und Vertreter der in Stadt und Kreis tätigen ambulanten Hospizdienste, stationären Hospize und Palliativstationen.
Den gegenwärtig 47 ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern des Ambulanten Hospizdienstes St. Johannisstift, 43 Frauen und vier Männer, dankte Superintendentin Anke Schröder dafür, dass sie sich dieser Aufgabe stellen. „Andere am Ende ihres Lebens zu begleiten, ist eine Auszeichnung. Eine Auszeichnung, die anzunehmen Mut verlangt“, sagte Schröder. „Wer die Begegnung mit dem Tod nicht scheut, muss tief im Leben verwurzelt sein.“
Dass die Gesellschaft den Tod an den Rand gedrängt habe und Sterben vor allem in den Medien präsent sei, daran erinnerte Landrat Manfred Müller. „Ein Sterben in Würde zu sichern, ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft“, betonte Müller und forderte, die Sterbenden nicht allein zu lassen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen des Hospizdienstes als „gelebte Nächstenliebe“ sei unverzichtbar und werde auch weiterhin gebraucht.
Seit der Gründung des Ambulanten Hospizdienstes St. Johannisstift e.V. sei es gelungen, in Paderborn ein dichtes Netzwerk für die Begleitung sterbender Menschen aufzubauen, beschrieb Christiane Kohlenberg-Hadaschik die Erfolge der Hospizbewegung. Für die Zukunft wünscht sie sich eine weitere enge Vernetzung mit medizinischen, pflegerischen und sozialen Berufen. „Angesichts zunehmender Vereinsamung ist eine qualifizierte Sterbegleitung unverzichtbar. Die Ehrenamtlichen müssen gut auf ihre Arbeit vorbereitet werden“, so die Koordinatorin. Bisher hat der Ambulante Hospizdienst sieben Qualifizierungskurse für die ehrenamtliche Sterbebegleitung durchgeführt. Der nächste Kurs beginnt Ende Oktober. Interessierte können sich telefonisch unter (05251) 291909 oder per E-Mail melden: buero@hospizdienst-paderborn.de
Mit der überraschenden Feststellung, er habe bereits seinen Grabstein anfertigen lassen, begann der Religionswissenschaftler Dr. Georg Schwikart seinen Festvortrag „Versöhnung mit der Sterblichkeit“. Der Autor zahlreicher Bücher über das Thema Sterben erinnerte daran, dass der Tod für jedes Lebewesen eine Tatsache sei. „Das Nachsinnen über den Tod ist eine gute Auseinandersetzung mit dem Leben“, sagte Schwikart und brachte dafür Belege aus dem Christentum und dem Buddhismus.
Dass auch Humor zur Auseinandersetzung mit dem Tod gehört, wurde beim Auftritt des Künstlers Klaus Renzel spürbar. Er stellte die Stationen eines Lebens pantomimisch dar und sorgte damit für viele Lacher. Renzel arbeitet seit 15 Jahren als Klinikclown auf einer Station für krebskranke Kinder in Münster.
Internet: www.hospizdienst-paderborn.de
Der überkonfessionell tätige Ambulante Hospizdienst St. Johannisstift e.V. möchte dazu beitragen, dass Menschen dort sterben können, wo sie gelebt haben. Die qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes begleiten schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige und Freunde zuhause, im Heim oder auch im Krankenhaus.
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