|
20 Jahre Beratungsstelle am Wilhelmsberg
Die Zusammenarbeit hat sich bewährt
Paderborn-Schloß Neuhaus. „Hier leben Menschen aus fernen Ländern, die die Gepflogenheiten in Deutschland nicht kennen. Sie wollen alles richtig machen, deshalb kommen sie zu uns und fragen um Rat“, beschreibt Anna Regenbrecht, Leiterin der Beratungsstelle am Wilhelmsberg, deren Aufgaben.
Seit 20 Jahren gibt es jetzt die Beratungsstelle der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie die Spiel- und Lernstube der Caritas für die Bewohner der großen Wohnblöcke zwischen Schloß Neuhaus und Sennelager. Gefeiert wurde Mitte August mit einem ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des jährlichen Sommerfestes für die Bewohner. Teilgenommen haben auch Paderborns stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt und Jugendamtsleiterin Petra Erger sowie Vertreter von Diakonie, Caritas, AWO und der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden.
An die Anfänge erinnerte Jutta Vormberg, Geschäftführerin der Diakonie. Die Stadt habe damals die Wohlfahrtsverbände gefragt, ob sie am Wilhelmsberg aktiv werden wollten. Nach dem Auszug der Briten seien auf einen Schlag viele Familien mit Kindern dort eingezogen. 1989 wurde dann die gemeinsame Arbeit aufgenommen. „Das ist etwas ganz Besonderes und hat sich über die Jahre bewährt“, betonte Vormberg.
Gut 175 Familien unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Religionen leben in der Hochhaussiedlung. Wegen der großen Wohnungen vor allem Familien mit vielen Kindern. Anfangs waren es bis zu 1000 Bewohner, darunter 500 Kinder. Fast alle haben einen Migrationshintergrund. Zunächst zogen Spätaussiedler ein, danach kamen türkische Familien und Flüchtlingsfamilien aus dem mittleren Osten.
Viele Jahre waren Beratungsstelle sowie Spiel- und Lernstube in einer Wohnung untergebracht. Seit 2006 gibt es, dank finanzieller Unterstützung durch die Stadt, jeweils eine Wohnung für jede Einrichtung.
In der Beratungsstelle kümmern sich zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter um die sozialen Belange der Bewohner. Sie beraten bei Integrationsproblemen, helfen bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen sowie bei Stellensuche und Bewerbungen. Außerdem gibt es Freizeitaktivitäten wie eine Jugendfußballgruppe und einen Seniorentreff. Im Spiel- und Lerntreff bieten zwei Mitarbeiterinnen für über 30 Kinder täglich eine Hausaufgabenbetreuung an.
|