|
"Wie ticken Jugendliche?"
Einblicke in jugendliche Lebenswelten
Paderborn. Jugend ist nicht gleich Jugend. Neben traditionellen und bürgerlichen Milieus gibt es Konsum-Materialisten, Postmaterielle, Hedonisten, Moderne Performer und Experimentalisten. Das berichtete Referent Klemens Reith von der Abteilung Jugendarbeit des Erzbischöflichen Generalvikariats bei einer Fortbildung zur Sinus-Milieustudie U27 „Wie ticken Jugendliche?“
Rund 60 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der kirchlichen Jugendarbeit und dem Vereinswesen sowie Lehrerinnen und Lehrer unterschiedlicher Schulformen nahmen daran teil.
Jeder Gruppe könne ein überwiegendes, lebensweltliches Basismotiv zugeordnet werden, sagte Reith. Während zum Beispiel die traditionellen Milieus auf Bewährtes setzen („Das war bei uns schon immer so“), lebten die Jugendlichen des hedonistischen Milieus ohne Zukunftspläne im „Hier und Jetzt“. Moderne Performer, zu denen etwa ein Viertel aller Jugendlichen gerechnet werden, dagegen hätten in der Regel eine pragmatische Lebensorientierung, hielten sich viele Optionen offen und seien flexibel.
Reith warnte aber davor, Jugendliche in Schubladen zu stecken und sich nicht weiter mit ihnen zu beschäftigen. Bei den Teilnehmenden wurde die Studie als hilfreich empfunden, um Jugendliche einschätzen und verstehen zu können. Deutlich wurde auf der Fortbildung, dass es nicht möglich ist, alle Jugendlichen gleichermaßen anzusprechen. Zu unterschiedlich sind die Erwartungen und Grundorientierungen. Die Sinus-Studie ist aber ein Analyse-Instrument, um zu untersuchen, welche Milieus in einer Gruppe vorkommen und wie man auf neue Jugendliche in weiteren Milieus zugehen kann.
Die Fortbildungsveranstaltung war eine Kooperation des Kreisjugendamtes mit der evangelischen und katholischen Jugend sowie der Sportjugend und soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.
|