Sozialarbeiter trifft am Warburger Mittagstisch Menschen, die Hilfe benötigen und gibt Nahrung für Leib und Seele

Quelle Text und Fotos: Warburg am Sonntag

Warburg (mja). Der Mittwoch ist für viele Menschen in Warburg ein ganz besonderer Tag. Der Warburger Mittagstisch lädt nämlich Bedürftige von 12.30 bis 14 Uhr im Corvinushaus zum Mittagstisch ein. "Wir sind stolz darauf, dass unsere Suppenküche ein Mittagstisch ist, wo Nahrung für Leib und Seele geboten wird", stellt Katharina Linpinsel, Leiterin der Diakonie in Warburg, eine neue Kraft für den Warburger Mittagstisch vor.
 

Warburger Mittagstisch

Sebastian Roesler und Katharina Linpinsel gehen gerne auf die Menschen zu. Am Mittwoch hatte der Sozialarbeiter erstmals einen Geburtstagsplaner unter dem Arm, um den besonderen Tag der Gäste festzuhalten, damit das Geburtstagskind - ob im Kindergartenalter oder betagte Oma, sich zukünftig über eine kleine Aufmerksamkeit freuen kann.
Fotos: Jaßmeier

 
Seit dem 1. Oktober begrüßen nicht nur die ehrenamtlichen Mittagstisch-Organisatoren rund 80 Gäste, sondern auch der Diplom-Sozialarbeiter Sebastian Roesler steht den Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Ermöglicht wurde die 8-Stunden-Stelle durch eine private Stiftung aus der Region.
 
"Viele unserer Gäste sind nicht nur arm, sondern auch sehr einsam und erfahren erst hier wieder eine Wertschätzung", erläutert Katharina Linpinsel einen fatalen Kreislauf. So sind arme Menschen in unserer Gesellschaft doppelt ausgegrenzt, weil sie neben der Tatsache, dass das Geld kaum zum Überleben reicht, auch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen haben - wie psychische Probleme, Einsamkeit, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Gewalterfahrung oder einfach das Gefühl des Überflüssigseins.
 
Hier setzt die Arbeit des Sozialarbeiters an, der als Ansprechpartner am Mittagstisch ein niederschwelliges Beratungsangebot zur Verfügung stellt. Im Gespräch mit den Gästen werden alltägliche Probleme angesprochen und praktische Lösungsvorschläge zusammen mit den Bedürftigen erarbeitet. Das kann bei einer Suche nach einem Möbelstück ein Anschlag im Supermarkt sein, oder bei schwierigen Problemen auch die Vermittlung an eine spezialisierte Beratung.
 
"Die Menschen hier schätzen das Gefühl, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben" erzählt der junge Sozialarbeiter, der insbesondere Hilfe zur Selbsthilfe mit praxisnahen Tipps anbietet. "Ich muss die Gäste nicht bemuttern, sondern deren Ressourcen aktivieren" erklärt Roesler weiter, der sich über die Mitarbeit von so manchen Besucher des Mittagstisches - wie Andreas Großhardt - riesig freut.
 
Sebastian Roesler, der mit einer halben Stelle bei der Diakonie Paderborn-Höxter e. V. Migranten-Jugendliche im Paderborner Stadteil Kaukenberg betreut, schaut auch in Warburg bei jeden Menschen auf die Stärken und holt mit kleinen Schritten das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück.
 


Warburger Mittagstisch
Sie sorgen gemeinsam für das leibliche und seelische Wohl der Gäste des Warburger Mittagstisches: Andreas Großhardt und Sozialarbeiter Sebastian Roesler.
Fotos: Jaßmeier

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