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Glauben miteinander leben – so weit wie möglich
ÖKUMENISCHER KIRCHENTAG ELSEN Premiere war ein Riesenerfolg
VON HEIDE WELSLAU
PADERBORN-ELSEN – Warum sollte es Ökumenische Kirchentage nur in Berlin und München geben, warum nicht auch in Elsen? Das fragte Superintendentin Anke Schröder, in ihrer Predigt während des Abschlussgottesdienstes des ersten Ökumenischen Kirchentages in Elsen am Sonntag, 21. September, in der St. Dionysius-Kirche. Die leitende Theologin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn gratulierte den Veranstaltern und Akteuren des dreitägigen Kirchentages für ihren Mut zum ersten Schritt.

Neben den jugendlichen Fahnenträgern nahmen am Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Kirchentages teil: (v. links) Pfarrer Gunnar Grahl (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Paderborn/ACK), Pfarrer Ibrahim Araz (syrisch-orthodoxe Kirchengemeinde St. Aho), Dechant Benedikt Fischer (Erzbistum Paderborn), Pfarrer Jürgen Pensky, Pfarrer Hans-Jürgen Wollweber, Vikar Sebastian Schulz und Superintendentin Anke Schröder (Kirchenkreis Paderborn).
 Begehrt waren die Buttons mit dem Logo des ersten Ökumenischen Kirchentages in Elsen. Hergestellt wurden sie von Jugendlichen auf dem Markt der Möglichkeiten. |
Dass die evangelischen und katholischen Christen in Elsen aufeinander zu und miteinander weiter gegangen seien, wie am Morgen bei der gemeinsamen Prozession mit ca. 600 Gläubigen nach den beiden Sonntagsgottesdiensten, wäre ohne die Hilfe Gottes nicht möglich gewesen, so die Theologin weiter. „Wir wollen Glauben miteinander leben – so weit das möglich ist“, das sei die Botschaft dieses Kirchentages, stellte Anke Schröder fest. Die Elsener zeigten mit ihrem Kirchentag, dass an der Basis Bewegung möglich ist. „Damit haben Sie sich über die Unkenrufe hinweggesetzt, die von der Eiszeit in der Ökumene reden. Der Geist der Freiheit bringt Menschen in Bewegung, wenn er auch keine Kirchtürme bewegt“, brachte die Superintendentin bei allem Optimismus auch das noch schmerzhaft Trennende zwischen römisch-katholischer und evangelischer Kirche in Erinnerung.
Am Ende der Ökumenischen Kirchentags-Premiere in Elsen steht fest: Der Brückenschlag zwischen Christinnen und Christen ist gelungen. Rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählten die Veranstalter: die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen und die Katholische Kirchengemeinde St. Dionysius. Die beiden Gemeinden hatten mit ihrer Großveranstaltung im Hochstift bzw. Kirchenkreis Neuland betreten. Neben Protestanten und Katholiken beteiligten sich auch syrisch-orthodoxe Christen aus der Gemeinde St. Aho in Paderborn.

Neben den jugendlichen Fahnenträgern nahmen am Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Kirchentages teil: (v. links) Pfarrer Gunnar Grahl (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Paderborn/ACK), Pfarrer Ibrahim Araz (syrisch-orthodoxe Kirchengemeinde St. Aho), Dechant Benedikt Fischer (Erzbistum Paderborn), Pfarrer Jürgen Pensky, Pfarrer Hans-Jürgen Wollweber, Vikar Sebastian Schulz und Superintendentin Anke Schröder (Kirchenkreis Paderborn).
Es gab zahlreiche kulturelle Highlights für alle Generationen, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Nach dem fulminanten Auftakt am Freitagabend mit Hans-Jürgen Hufeisens Marienkonzert in der Erlöserkirche kamen am Samstagmorgen 130 Frauen zum gemeinsamen Frühstück ins evangelische Gemeindezentrum, um von Heidi Pensky etwas über die Purpurhändlerin Lydia zu erfahren. Weitere Höhepunkte waren am Samstagabend das Rock-Oratorium „Daniel“ in der St. Dionysius-Kirche und das Kabarett über die Stellung der Frau in der katholischen Kirche von Prof. Dr. Agnes Wuckelt.
Auf dem Schulhof der Dionysius-Grundschule stellten sich die Kirchengemeinden mit ihren Angeboten ebenso vor wie konfessionelle Einrichtungen, u. a. die Diakonie Paderborn-Höxter e. V. Neben Informationen über Beratungsmöglichkeiten und die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements stand hier das Thema Hartz IV im Mittelpunkt der Präsentation. Was etwa ein Schulkind mindestens zum Leben braucht, und was der Regelsatz von Arbeitslosengeld II im Vergleich dazu bietet, konnten Besucher an konkreten Beispielen nachvollziehen. Menschenwürdig oder nicht? Passanten konnten mit abstimmen.
Dass es nicht bei der Premiere dieses Ökumenischen Kirchentages bleiben wird, da sind sich Pfarrer Jürgen Pensky und seine Ehefrau Heidi sicher. Für die Zeit dazwischen kann sich Heidi Pensky gut vorstellen, dass es jährliche ökumenische Höhepunkte geben wird, wie zum Beispiel das thematische Frauenfrühstück, wo die Teilnehmerinnen wieder miteinander ins Gespräch kommen.
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