| Synode verabschiedet Kirchenkreis-Konzeption
Schwerpunkte bei Jugend und Diakonie
BÜREN/KREIS HÖXTER/LÜGDE (ekp) – Schwerpunkte in den Bereichen Jugend und Diakonie wird der Evangelische Kirchenkreis Paderborn zukünftig setzen. Auf der Kreissynode in Büren, dem Beratungs- und Beschlussgremium der 84.000 Protestanten in den Kreisen Höxter, Paderborn und im lippischen Lügde, wurde das mit der Verabschiedung der Konzeption für den Kirchenkreis beschlossen. An den Beratungen nahmen 102 stimmberechtigte und neun beratende theologische und nichttheologische Mitglieder teil. Gäste in der Stadthalle Büren waren Landeskirchenrat Dr. Rainer Dinger, Dechant Dr. Thomas Witt, Landrat Manfred Müller und Bürgermeister Wolfgang Runge.
 Das Leitungsgremium des Kirchenkreises mit dem Gast aus Tansania: Erika Kretschmer (v. l.), Wolfgang Weigel, Katrin Heitkemper, Superintendentin Anke Schröder, Superintendent Phenias Lwakatare, Jürgen Engelmann, Ute Wendorff, Dagmar Kleinemeier und Reinhard Schreiner.
Foto: EKP/Oliver Claes
Für die leitende Theologin des Kirchenkreises, Superintendentin Anke Schröder, ist der Schwerpunkt Kinder und Jugendliche gegen den Trend einer älter werdenden Gesellschaft eine „zukunftsorientierte Entscheidung“. Beim zweiten Schwerpunkt Diakonie wird verstärkt auf Zusammenarbeit und Kooperationen gesetzt: „Heute gilt es mehr denn je, die diakonische Aufgabe als eine gemeinsame des Diakonievereins, des Kirchenkreises und seiner Gemeinden sowie der diakonischen Träger zu begreifen“, heißt es in der Konzeption.
Die Synode beschloss, das Borchener Stephanus-Haus (Haus der Offenen Tür, Gemeinde- und Gästehaus) in den Jahren 2009 bis 2011 mit 15.000 Euro jährlich zu unterstützen. In dieser Zeit soll die Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugendarbeit des Kirchenkreises intensiviert und ein Förderverein ins Leben gerufen werden. Die Kirchensteuerzuweisung für die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. wurde für die Jahre 2009 bis 2011 auf 10,5 Prozent der jährlichen Kirchensteuerzuweisung festgesetzt.
„Es ist ein hohes Gut in unserer evangelischen Kirche, dass sie nicht nur von Hauptamtlichen, sondern auch von Ehrenamtlichen geleitet wird“, betonte Anke Schröder in ihrem Bericht zur Synode und dankte allen neuen und ausgeschiedenen Mitgliedern der Synode für ihr Engagement.
Die Lockerung des Sonntagsschutzes war eines der Themen, das die Superintendentin mit Sorge erfüllte: In einer Gesellschaft, die sich mehr und mehr marktwirtschaftlichen Interessen beuge, müsse es in Zukunft auch darum gehen, mit dem eigenen Einkaufsverhalten Sonn- und Feiertage zu schützen.
Unter dem Punkt „Ökumenische Beziehungen“ nannte Schröder die bereits tief verwurzelte Partnerschaft des Kirchenkreises Paderborn mit dem Kirchenkreis Kusini B in Tansania. Phenias Lwakatare, Superintendent dieses Kirchenkreises mit 22.500 evangelischen Christen, nahm als Gast an der Kreissynode teil. Als Schwierigkeiten seines Kirchenkreises stellte er den unzureichenden Religionsunterricht an Schulen, die noch im Anfang befindliche Ordination von Frauen sowie die nach wie vor hohe Sterblichkeit durch AIDS dar. Zu den ökumenischen Beziehungen vor Ort meinte Anke Schröder: „Kontroversen zwischen den christlichen Kirchen in theologischen Fragen scheinen dem gemeinsamen Leben an der Basis nichts anhaben zu können.“
Nachdem eine Gebäudestrukturanalyse für alle 24 Gemeinden des Kirchenkreises erstellt worden ist, werden nun Mitglieder des Finanzausschusses und der kreiskirchlichen Verwaltung alle Gebäude begutachten, um strukturelle Überlegungen fördern zu können. Ausgiebig diskutiert wurde der Punkt „Konzeptionsentwicklung in den Gemeinden“. Die Superintendentin dankte den Gemeinden für ihre Arbeit. Ein nächster Schritt soll jetzt das Umsetzen einer stärkeren regionalen Zusammenarbeit sein, damit sich die Kirchengemeinden gegenseitig ergänzen und entlasten können.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Kreissynode waren Wahlen und die Besetzung der kreiskirchlichen Fachausschüsse. Als theologische Abgeordnete für die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen wurden Pfarrerin Christel Weber (Borchen) und als nichttheologische Abgeordnete Dr. Irmgard Pöppel (Paderborn) wieder gewählt. Als neue nichttheologische Landessynodale wählte die Synode Susanne Bornefeld (Paderborn) und Wolfram Weygand (Steinheim). Mit einem herzlichen Dankeschön für die langjährige engagierte Arbeit als Landessynodale wurden Dörte Massow (1996-2007) und Günter Bitterberg (1988-2007) verabschiedet. Die Superintendentin dankte außerdem Rolf Reinicke (Lichtenau), der seit 1980 dem Finanzausschuss angehörte, seit 1996 dessen Vorsitzender war und von 2004 bis 2008 den Vorsitz des Rechnungsprüfungsausschusses innehatte.
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