Diakoniepresbyter besuchten Anlaufstelle Regenbogen

Projekt zur Gewaltprävention bei Jugendlichen

Paderborn. Gewalterfahrungen von Jugendlichen auf dem Schulhof und der Straße sind traurige Realität. Seit September 2007 arbeiten die Diakonie-Mitarbeiter Anna Mindrup und Sebastian Roesler im Projekt "respect me" an einem Konzept zur interkulturellen Gewaltprävention für die Paderborner Stadtteile Lieth, Kaukenberg und Goldgrund. In der Anlaufstelle Regenbogen auf dem Kaukenberg haben sich Diakoniepresbyterinnen und -presbyter darüber informiert.
 
Die Idee zu diesem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Projekt entstand im Rahmen der Mobilen Jugendsozialarbeit. „Unsere Zielgruppe sind jugendliche Migranten, die sich in Cliquen auf den Straßen im Stadtteil aufhalten und durch ihr eigenes Gewaltverständnis einen besonderen Bedarf haben“, berichtete Sozialarbeiterin Anna Mindrup.
 
Durchgeführt wird das Projekt „respect me“ in Kooperation mit dem Sportverein TV 1875, dem Jugendamt der Stadt Paderborn mit den Jugendzentren JukiZ und No1, der Caritas Lobby, einer Anlaufstelle für suchtgefährdete Kinder, der Evangelischen Kirchengemeinde Paderborn und allen Angeboten der Diakonie im Stadtteil.
 
„Respect me“ wurde bereits auf der regulären, zweimal im Jahr stattfindenden Konferenz der Diakoniepresbyter vorgestellt. Dabei entstand der Wunsch, das Projekt einmal vor Ort kennen zu lernen. Beim Besuch der Presbyter auf dem Kaukenberg gab es angeregte Diskussionen und Berichte über eigene Erfahrungen mit Gewalt und Vandalismus. Die Presbyter sprachen dem Vorhaben der Diakonie ihre große Anerkennung aus.
 
Im ersten Schritt von „respect me“ wurden 104 Jugendliche zu ihrem Gewaltverständnis und ihren Gewalterfahrungen befragt, 54 durch einen Fragebogen und 50 durch ein Leitfadeninterview. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und werden gerade von Fachleuten diskutiert. Im zweiten Schritt werden Workshops und Gruppenarbeit zu verschiedenen Aspekten des Themas Gewalt umgesetzt. Dabei wird auch eine Streitschlichter-Ausbildung in der Friedrich von Spee-Gesamtschule unterstützt. „Wir möchten die Jugendlichen für den Aspekt Gewalt und Medien sensibilisieren und ihre Wahrnehmung schärfen, indem sie Kinofilme, Fernsehserien sowie PC- und Handyspiele bewusst und kritisch betrachten, aber auch selbst einen Film drehen“, erklärte der ausgebildete Jugendmediator Sebastian Roesler die Vorgehensweise.
 
Die einzelnen Schritte des Projekts werden regelmäßig daraufhin überprüft, welche Kooperationen erfolgreich sind, welche Wirkungen erzielt werden können und ob die Ergebnisse übertragbar sind.
 


Diakoniepresbyter
Lernten Projekt zur Gewaltprävention kennen: Diakonie-Vorstand Jutta Vormberg (von links), Anna Mindrup (Projektmitarbeiterin), Astrid Timmerberg (Schloß Neuhaus), Karl-Heinz Huppert (Paderborn), Herbert Krabbe (Borchen), Almut Keller-Dally (Paderborn), Ehrenamtspfarrerin Britta Schwiete, Hartmut Mehl (Büren), Wolfgang Dzieran (Bad Lippspringe) und Diakoniepfarrer Detlev Schuchardt.
Foto: Diakonie

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