Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn tagt

Sinkende Kirchensteuern bestimmen Haushaltspläne

PADERBORN/KREIS HÖXTER/LÜGDE (ekp/wels). Finanz- und Personalangelegenheiten und ein Bericht der Superintendentin werden die nächste Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn thematisch bestimmen. Das 139 Mitglieder (119 stimmberechtigte, 20 beratende) zählende Beratungs- und Beschlussgremium, das 84.000 Protestanten in den Kreisen Höxter und Paderborn und im lippischen Lügde vertritt, kommt am Freitag, 8. Februar, um 14.30 Uhr im Paderborner Martin-Luther-Zentrum, Klingender Straße 13, zusammen.
 
In ihrem Bericht wird die leitende Theologin des Kirchenkreises Paderborn, Superintendentin Anke Schröder, unter anderem auf die von den Kirchengemeinden verfassten Gemeindekonzeptionen eingehen. Diese sollten vor dem Hintergrund sinkender Kirchensteuern Prioritäten setzen und Profile entwickeln. Die Konzeptionen antworten auf die Frage, wie unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen der kirchliche Auftrag erfüllt werden kann. Die als Entwurf bereits vorliegende Kirchenkreis-Konzeption soll auf der Sommersynode im Juni beschlossen werden.
 
Schon jetzt zur Beschlussfassung vorliegen wird den Synodalen der Kirchenkreis-Haushalt für das Jahr 2008. Zur Finanzsituation des Kirchenkreises teilte der Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Paderborn, Jürgen Jurczik, im Vorfeld der Synode mit, dass die gegenwärtige Erhöhung der Kirchensteuerentwicklung durch den wirtschaftlichen Aufschwung nichts an der langfristigen Prognose auf landeskirchlicher Ebene bis 2030 ändere: „Die finanzielle Leistungsfähigkeit wird insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung um die Hälfte zurückgehen“, prognostizierte Jurczik. Das Gesamtkirchensteueraufkommen der Landeskirche für das Jahr 2008 werde mit 410 Millionen Euro festgesetzt.
 
Um die finanziellen Verpflichtungen der Evangelischen Kirche von Westfalen aufgrund des Kirchensteuerausgleichs (Clearing) mit den anderen Landeskirchen zu erfüllen, habe die Landeskirche 2007 beschlossen, die Zuführung zur Clearingrückstellung für 2008 auf 30 Millionen Euro festzusetzen. Zusätzlich bestehe bei der Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte in Dortmund das Problem der Versorgungssicherung über das Jahr 2030 hinaus. An der Versorgungskasse sind die rheinische, westfälische und lippische Landeskirche beteiligt.
 
Für den Kirchenkreis Paderborn habe das eine Reduzierung der Kirchensteuern für den Haushalt 2008 im Vergleich zu den 2007 tatsächlich eingegangenen Kirchensteuern in Höhe von 450.000 Euro zur Folge. „Dadurch wird trotz aller Sparbemühungen eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage von ca. 360.000 Euro zum Ausgleich des Haushalts 2008 notwendig", so der Verwaltungsleiter. „Weiterhin ist für die Bezuschussung der zusätzlichen außerordentlichen Bauunterhaltungsmaßnahmen der Kirchengemeinden, über die der Finanzausschuss verfügt, eine Entnahme aus der Substanzerhaltungsrücklage von 200.000 Euro im Haushalt 2008 vorgesehen“, so Jürgen Jurczik. Daher seien weitere Sparbemühungen und –maßnahmen für die Folgejahre unerlässlich.
 


Superintendentin Anke Schröder
Prioritäten setzen und Profile entwickeln,dazu sollen die Gemeindekonzeptionen beitragen, auf die Superintendentin Anke Schröder in ihrem Bericht zur Synode eingehen wird.
FOTO: EKP/HEIDE WELSLAU

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