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Diakonie unterstützt einkommensschwache Familien
Zum Schuljahresbeginn: neue Schulmaterialienkammer in Warburg
WARBURG - Allein in Warburg leben zur Zeit ca 1800 Menschen von Arbeitslosengeld II. Nicht eingerechnet allein erziehende Mütter, die nur von Unterhalt und Kindergeld leben; die Familien, die trotz Arbeit kaum mehr, manchmal sogar weniger als ALG II verdienen sowie diejenigen, die Grundsicherung erhalten. Im Landessozialbericht NRW 2007 gelten als einkommensarm, wenn Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern im Alter von unter 14 Jahren über ein Haushaltsnettoeinkommen unter 1.661 Euro verfügen. Alleinerziehende und Familien mit mehr als drei Kindern sind überdurchschnittlich hoch vom Armutsrisiko betroffen. Von ihnen mussten jeweils mehr als 40 Prozent mit der Hälfte des Durchschnitteinkommens auskommen.
In einem einkommensarmen Haushalt leben, das bedeutet, dass für ein zehnjähriges Kind im Monat gemäß Regelsatz nach den Hartz-Reformen 207 Euro für Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, anteilige Strom- und Ansparkosten für Haushaltsgegenstände, Gesundheitspflege, Bildung, Kultur und Freizeit zur Verfügung stehen. Innerhalb dieser Pauschale sind beispielsweise 2,55 Euro pro Tag für Lebensmittel angesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnete jüngst vor, dass gesundes Essen für ein zehnjähriges Kind aber 4,00 Euro kostet. Mit 3,65 Euro pro Monat soll der Regelsatz wachstumsgerechte Kinderschuhe finanzieren, von der Sandale bis zum Sportschuh. Für Schreib- und Schulwaren stehen monatlich ganze 1,33 Euro zur Verfügung.
Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland noch immer über den Schulerfolg von Kindern. So lautet die zentrale Botschaft einer aktuellen PISA-Studie.
Cordula Peters, Diakoniemitarbeiterin der Lebens- und Familienberatung muß sich in ihrem Arbeitsalltag häufig damit auseinandersetzen, dass Familien das notwendige Geld für Anschaffungen für die Kinder fehlt. Besonders hart ist der Schuljahresbeginn, wo Anschaffungen pro Kind von mindestens 30.00 - 50,00 € anfallen, der Elteranteil für Schulbücher nicht eingerechnet. Ein Ranzen oder neue Hallenturnschuhe, selbst ein großer Zeichenblock oder ein Farbkasten werden so manchmal unerschwinglich.
Die Diakonie wurde aktiv und startete eine Initiative, um Familien mit schulpflichtigen Kinder Hilfen anzubieten.
Zum Schuljahresbeginn startet die Schulmaterialienkammer, einkommensschwache Familien können sich hier gegen Vorlage ihres Einkommensbescheides kostenlos Schulmaterial wie Zeichenblöcke, Hefte, Stifte, Zirkel usw abholen.
Die ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Heidrun Dohrn Becker, Rita Siewert und Ulrike Schulze Niehoff haben die Warburger Schulen aufgesucht und über die neue Initiative informiert. Bereitwillig haben sie von den Lehrern die Listen erhalten, was die Kinder im nächsten Schuljahr außer den Schulbüchern an Material benötigen und sie werden sich jetzt in den nächsten Wochen auf den Weg machen und alle erforderlichen Dinge anschaffen, damit sie pünktlich zum Schuljahresbeginn zum Abholen vorrätig sind.
Die Dienststellenleiterin der Diakonie Katharina Linpinsel freut sich besonders darüber, dass für diese Initiative auch wieder ehrenamtlich Mitarbeitende gewonnen werden konnten. Wer noch Interesse hat, hier mitzuarbeiten ist herzlich willkommen und kann sich in der Diakonie melden.
Die Schulmaterialienkammer verfügt über keine eigenen Geldmittel und lebt ausschließlich von Geldspenden. Sachspenden wie Schulranzen, Taschenrechner, Geodreiecke, Zirkel und Etuis können Montags und Mittwochs von 9.00 - 11.00 Uhr in der Diakonie abgegeben werden. Die Mitarbeiterinnen bitten aber darum, nur wirklich gut erhaltenes Material zu spenden, da es z.B. für einen Erstklässler nicht so einfach ist, keinen neuen Ranzen zu bekommen.
Die Schulmaterialienkammer ist jeden 1. Donnerstag im Monat von 15.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Während der letzten beiden Sommerferientage am 2. und 3.8. 2007 sowie in der 1. Schulwoche von Montag, 6.8.07 bis Donnerstag, 9.8.07 von 15.00 - 17.00 Uhr geöffnet sein.
Spendenkonto: Diakonie Warburg
Sparkasse Höxter, BLZ 472 515 50, Kto Nr. 26 508 266
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