AUFTAKT Warburger Hilfe-Börse unter dem Dach der Diakonie

Moderne Form der Nachbarschaftshilfe

VON SANDRA WAMERS
WARBURG - Mitbürger in Not dürfen nicht allein gelassen werden, fordern die Gründungsmitglieder der Warburger Hilfe-Börse. Das Konzept der bürgernahen Hilfe auf Gegenseitigkeit ist einfach: "Helft mit dem, was Ihr könnt. Wer hilft, bekommt Hilfe zurück!" Das geplante Hilfsnetzwerk haben die Vereinsmitglieder der Warburger Hilfebörse jetzt vorgestellt.
 
Ob Organisationstalent oder Fachwissen, handwerkliches Geschick oder Freude am Umgang mit Menschen: Die Hilfebörse hat für alles Verwendung - auch für ganz einfache Handreichungen wie Blumen gießen oder den Hund ausführen. "Aber es sollen kleine, kurzfristige und einmalige Hilfen sein", betont Katharina Linpinsel, Leiterin der Warburger Dienststelle der Diakonie Paderborn-Höxter e. V.
 
Unter solche kleinen Hilfen fallen auch etwa Garten- oder Friedhofsarbeiten, Haustiere füttern, ein Vorlese-Stunde oder die Einkaufs- und Arztbegleitung. "Früher sind in solchen Fällen die Großfamilie oder die Nachbarn eingesprungen", erklärt Linpinsel, "aber aus der Beratung wissen wir, dass die Nachbarschafts- und Familienhilfen nicht mehr wie vor 20 Jahren funktionieren." Auf diesen Wechsel in den gesellschaftlichen Strukturen wollen die Gründer der Warburger Hilfebörse reagieren.
 
Dafür hat sich der gemeinnützige Verein einen starken Partner gesucht. Die Warburger Geschäftsstelle der Diakonie hat die Patenschaft über den Hilfebörse-Verein übernommen. Darüber hinaus unterhält die Bürgerschafts-Hilfe Unterstützung von städtischer Seite. Die Stadt Warburg hat die EDV-Ausstattung für den Büroraum im St. Petri-Hospital gestellt. Durch den Sitz im Krankenhaus hoffen die Vereinsmitglieder, engeren Kontakt zu hilfebedürftigen Bürgern zu knüpfen.
 
"Wir wollen und werden keine Konkurrenz zu anderen karitativen oder gewerblichen Dienstleistern sein", betont Mitinitiator Jochen Beumelburg. Weder billige Putzkräfte noch kostenlose Pflegedienste würden vermittelt. Die Hilfe-Börse soll sich zu einem Netzwerk für Privatmenschen und Institutionen entwickeln - dabei sind Synergieeffekte durchaus erwünscht. Im Bedarfsfall wird zu bestehenden Einrichtungen vermittelt.
 
Und so funktioniert die Warburger Hilfe-Börse: Für die "kleinen" Hilfen, wie Schreibdienste oder den Krankenbesuch, bekommen die freiwilligen Helfer Punkte. Diese Punkte werden gesammelt und können gegen andere Hilfeleistungen eingetauscht werden. "Die Punkte können aber auch verschenkt oder überschrieben werden", betont Vereinsmitglied Brigitte Nusime. So können auch Menschen in den Genuss von Hilfen kommen, die selbst aufgrund von Krankheit oder Behinderung keine Gegenleistungen erbringen können. Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in der Warburger Hilfebörse beträgt 12 Euro.
 
In den kommenden Wochen soll der Flyer zur "Bürgerhilfe auf Gegenseitigkeit" der Warburger Hilfe-Börse in öffentlichen Stellen ausgelegt werden.
 


Warburger Hilfeboerse
Haben die Hilfebörse auf den Weg gebracht: (v. l.) Detlef Boldt (stellv. Verwaltungsleiter des St. Petri-Hospitals), Ulrike Zielinsky, Katharina Linpinsel (Leiterin Diakonie Warburg), Barbara Kohlschein, Johanna Misselwitz, Jochen Beumelburg, Brigitte Nusime und Bürgermeister Michael Stickeln.
FOTO: SANDRA WAMERS

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