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Sensibilisiert für das "Kleingedruckte"
Projekt der Diakonie zur Schuldenprävention an Schulen
SALZKOTTEN (dph) - "Schulden verfolgen einen." Die Schüler der 10 A in der Johannesschule Salzkotten haben etwas mitgenommen aus der Doppelstunde mit Schuldnerberaterin Christiane van Ophuysen. "Und man kann auch dann in Schulden geraten, wenn man regelmäßig Geld verdient."
21 Schulklassen und damit knapp 500 Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Paderborn profitierten jetzt von einem Projekt des Landes NRW zur Schuldenprävention. Die Finanzierung durch das Land - 100 Euro für eine Doppelstunde - machte es möglich: Schuldnerberater der Diakonie Paderborn-Höxter e. V. sprachen an Real- und Hauptschulen über Mechanismen von Verschuldung, über Hilfsmöglichkeiten und natürlich darüber, wie man es gar nicht erst so weit kommen lässt. "Preise vergleichen ist wichtig", wissen die Schüler jetzt. Und: "Kein Geld für unnützes Kram ausgeben."
Die Schulen - neben der Johannesschule in Salzkotten auch die Archenholdschule und die Städtische Realschule Lichtenau, die Hauptschule Niederntudorf und die Altenauschule Borchen - haben die Berater mit offenen Armen empfangen. "Als Schuldnerberater kann man den Schülern das Thema Geld ganz anders nahebringen", weiß Diakonie-Mitarbeiterin Christiane van Ophuysen. "Wir haben täglich die Menschen vor Augen, bei denen eine Überschuldung nicht nur in die materielle Krise, sondern auch in massive seelische Nöte, familiäre Probleme oder andere Schwierigkeiten geführt hat." Isolation, Verzweiflung oder gar Selbstmordgedanken seien keine Seltenheit. Da ist es gut, wenn die Ratsuchenden in der Schuldnerberatung nicht nur kompetenten Rat für den Abbau ihrer Schulden erhalten, sondern gleichzeitig auch ein offenes Ohr für ihre seelischen Nöte finden.
"Bei unseren Besuchen in den Schulen kam es uns darauf an, die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren", so die Beraterin. "Zum Beispiel für die enorme Bedeutung des "Kleingedruckten", für sparsames Wirtschaften und die Folgen von Überschuldung." Dafür hat sie die Schüler an verschiedenen Fallbeispielen arbeiten lassen und die Handlungsmöglichkeiten mit der gesamten Klasse diskutiert. Was ist zum Beispiel zu tun, wenn das Handy geklaut wird, die Freundin ungeplant schwanger ist oder während der knapp bezahlten Ausbildung der Traum von der gemeinsamen Wohnung lockt? "Die Schüler hatten wirklich gute Ideen zum Sparen", lobt sie.
"Das Projekt ist bei Schülern und Lehrern wirklich gut angekommen", weiß Schulsozialarbeiterin Margret Neuhäuser von der Johannesschule. Immerhin sieben 9. und 10. Klassen haben allein in dieser Schule Besuch von der Schuldnerberaterin bekommen. Nun stellt sich die Frage, wie auch weitere Jahrgänge mit dem Thema vertraut gemacht werden können: Neue Landesmittel sind erst einmal nicht in Sicht. Auch die Schuldnerberatung der Diakonie will sich für mehr Prävention an Schulen einsetzen und hat auch schon Ideen. "Wir suchen Klassenpaten - also Sponsoren, die bereit sind, die Kosten für eine oder mehrere Präventions-Doppelstunden zu übernehmen", appelliert Christiane van Ophuysen. Interessierte Schulen oder Sponsoren aus dem Kreis Paderborn können sich jederzeit bei der Diakonie melden.
Kontakt: Diakonie Paderborn-Höxter e. V. Schuldnerberatung
Tel. (0 52 51) 50 02-24
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