Jahreshauptversammlung der Diakonie: Schwierigkeiten und Chancen

Den Wandel gestalten

BAD DRIBURG / KREIS HÖXTER / KREIS PADERBORN (dph) - Die Schere zwischen den Aufgaben und den finanziellen Möglichkeiten der Wohlfahrtsverbände geht immer weiter auseinander: Steigende Arbeitslosigkeit, zunehmende Verunsicherung und die Neue Armut auf der einen Seite, gekürzte Fördermittel von Land, Bund und Kommunen und immer weniger Eigenmittel auf der anderen Seite. Wie die Diakonie Paderborn-Höxter e. V. jetzt und in Zukunft konstruktiv mit den ständig neuen Herausforderungen umgehen kann, war Thema der Jahreshauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus Bad Driburg.
 
Als ein "Jahr des Wandels" bezeichnete Vorstand und Geschäftsführerin Jutta Vormberg das laufende Jahr 2005. Die neue Sozialgesetzgebung und die Einführung von Hartz IV führten zum einen zu veränderten Rahmenbedingungen, zum anderen zu erhöhtem Beratungsbedarf. Die Diakonie Paderborn-Höxter, Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche, ist Träger von Einrichtungen der Familien- und Lebensberatung, der Migrantenberatung, der Schuldner-, Sucht- und Schwangerenberatung sowie von Sozialpädagogischer Familienhilfe, Bahnhofmissionen und Stadtteilarbeit.
 
"Ich bin davon überzeugt, dass es uns gelingt, den Wandel zu gestalten", betonte Jutta Vormberg. Sie verwies auf Schwierigkeiten bei den Verhandlungen um öffentliche Fördermittel, aber auch auf zahlreiche neue Konzepte und Initiativen: Die Bahnhofsmissionen haben erfolgreich um Ehrenamtliche geworben. Im Paderborner Stadtteil Kaukenberg wird ein neuer Ansatz "Interkulturelle Mediation" erprobt, bei dem es um Konfliktbearbeitung und -bewältigung an den Schnittstellen verschiedener Kulturen geht. Der Warburger Mittagstisch startete Anfang diesen Monats unter Beteiligung zahlreicher Ehrenamtlicher und mit großer Resonanz.
 
Mit Blick auch auf die bereits länger bestehende Steinheimer Tafel, die Paderborner Kleiderkammer oder die neu eingerichtete Schulmaterialienkammer des Kirchenkreises war das Plenum sich jedoch einig: "Das Lindern von Not in dieser Weise ist richtig. Dennoch sehen wir unsere Aufgaben weit vielfältiger als in der reinen Mildtätigkeit." Spezialisierte Beratungsangebote und die anwaltschaftliche Diakonie, also das aktive Eintreten für die Interessen der Schwachen in Politik und Gesellschaft, seien weiterhin von entscheidender Bedeutung.
 
Wichtige Impulse brachte hier auch der Gastvortrag von Anne Rabenschlag, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes in Dortmund. Sie referierte über Neue Armut als Herausforderung für die Diakonie und bot mit Berichten über Vernetzungen und Kooperationen, über die Einrichtung von Sozialkaufhäusern und Second-Hand-Läden zahlreiche Diskussionsanstöße. Als große Chance der Diakonie in dem Ziel, sich "stark für andere" zu machen, hob sie die breite Vernetzung mit anderen diakonischen Trägern und vor allem mit den Kirchengemeinden hervor: "Viele Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie bringen großes Potenzial mit, das durch maßgeschneiderte Einsatzmöglichkeiten oder Schulungen zu einem wertvollen Teil unserer Arbeit werden kann."

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Jahreshauptversammlung
Diskutierten über die Rolle der Diakonie im sozialen Wandel: (von links) Diakonie-Geschäftsführerin Jutta Vormberg, Gastreferentin Anne Rabenschlag (Dortmund), Superintendentin Anke Schröder (Ev. Kirchenkreis Paderborn), Diakonie-Pfarrer Detlev Schuchardt und Verwaltungsratsmitglied Rosemarie Heess.
FOTO: dph

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26. November 2005:
"Von Mensch zu Mensch"
07. September 2005:
Wie aus Grenzen Brücken werden
24. August 2005:
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25. Januar 2005:
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Was war 2004?
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