Synode I: Evangelische Kirche beschließt Kürzungen bei der Diakonie

Entscheidungen fallen im Herbst

BEVERUNGEN / KREIS PADERBORN / KREIS HÖXTER (ekp / Christine Hartlieb) - "Einigkeit herrscht darüber, dass alles, was in unserem Kirchenkreis getan wird, wichtig ist." Superintendentin Anke Schröder leitete die Diskussion um Einsparmöglichkeiten im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn mit einer umfassenden Standortbestimmung ein. Zur Tagung der Kreissynode, dem Beratungs- und Beschlussgremium von 84 000 Evangelischen Christinnen und Christen in den Kreisen Paderborn und Höxter, hatten sich am Freitag (10. Juni) rund 150 Mitglieder in der Stadthalle Beverungen versammelt.
 
Sommersynode 2005 Plenium
Mit breiter Mehrheit beschloss die Synode unter anderem über die Absicherung der Beratungsstellen der Diakonie Paderborn-Höxter e. V.

Zentrales Thema der Diskussionen war der drastische Rückgang von Kirchensteuer-Einnahmen. Rund 1 Million Euro betrage das Defizit im Haushalt 2005, so Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik. Etwa 1,5 Millionen fehlten den Prognosen nach im nächsten Jahr.
 
Maßnahmen wie Sachmittelkürzungen, Wiederbesetzungssperren und Einsparungen bei Vertretungsregelungen greifen bereits jetzt. In naher Zukunft jedoch werden zahlreiche Arbeitsbereiche empfindliche Einschnitte hinnehmen müssen. Mit der Erarbeitung tragfähiger Konzepte wurde im Januar 2005 eine Stuerungsgruppe beauftragt, der 19 Vertreter aus Kirchengemeinden, übergemeindlichen Einrichtungen und der Verwaltung angehören.
 
Deutlich wurde immer wieder, wie vielschichtig der notwendige Prozess der Verkleinerung ist. "Wir müssen uns darüber verständigen, wie unser Bild von der Zukunft aussieht", sagte Superintendentin Anke Schröder. Eine Aufgabenkritik sei notwendig. Daneben gibt es aber auch zahlreiche kirchen- oder dienstrechtliche Fragen, die im Einzelfall geklärt werden müssen. Fristen müssen eingehalten, längere Anlaufphasen etwa bei der Erschließung neuer Geldquellen berücksichtigt werden.
 
Die Steuerungsgruppe, die viel Anerkennung für ihre Arbeit erhielt, konnte zahlreiche Ideen präsentieren. Eine vollständige und abschließende Bewertung der Einsparmöglichkeiten sei aber noch nicht möglich, erläuterte die externe Moderatorin Claudia Enders. Die Gruppe wurde mit der Weiterarbeit beauftragt und soll auf einer Sondersynode am 28. Oktober 2005 beschlussreife Vorlagen einbringen. Zentrales Anliegen ist dabei eine größtmögliche Sozialverträglichkeit beim wohl unvermeidlichen Stellenabbau.
 
Zur Debatte steht etwa die Errichtung eines neuen Referates für religiöse Bildung, in der die Kompetenzen aus Jugendarbeit, Schulreferat und Erwachsenenbildung gebündelt werden und Synergien erzielt werden können. Die Kindertageseinrichtungen und kirchenmusikalischen Zentren könnten ihr Angebotsspektrum erhalten, indem sie 10 Prozent ihrer Kosten selbst erwirtschaften. Bei Küsterdiensten und in Gemeindesekretariaten soll flächendeckend gekürzt werden, die Verwaltung besetzt bereits seit dem letzten Jahr Stellen nicht wieder neu.
 
Beschlossen wurde bereits jetzt die finanzielle Absicherung der Diakonie Paderborn-Höxter e. V. für die nächsten drei Jahre. Das ehemalige Diakonische Werk im Kirchenkreis Paderborn bekommt fortan 11 Prozent des Kirchensteueraufkommens abzüglich der Pfarrbesoldung, das sind rund 500 000 Euro im Jahr 2006. Damit muss der Diakonie-Verein zwar deutliche Einbußen hinnehmen und Stellen abbauen, hat aber eine mittelfristige Planungsgrundlage. "Wir stehen in der Verantwortung unseren Mitarbeitenden und den immer zahlreicheren Ratsuchenden gegenüber", betonte Diakonie-Geschäftsführerin Jutta Vormberg.
 
Auch Superintendentin Anke Schröder lenkte den Blick noch einmal ausdrücklich auf den Auftrag der Kirche und die Menschen, für die die Gemeinden und Einrichtungen ihre Arbeit tun: "Wir können nicht nur den Blick nach innen richten und unseren Fortbestand als Kirche zu sichern versuchen. Wir erhalten unsere Identität nur dann, wenn wir uns anderen zuwenden."

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Sommersynode 2005 Frau Schröder
"Wir haben ein gemeinsames Ziel, einen gemeinsamen Auftrag und einen gemeinsamen Weg." Superintendentin Anke Schröder leitete die engagierten Spardiskussionen auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises.
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