Sommersammlung der Diakonie

Wenn Armut Mauern baut - Diakonie

Das soziale Sicherungssystem ist derzeit gewaltigen Umbrüchen ausgesetzt. Immer mehr Menschen geraten in finanzielle Notlagen, stehen ihrerseits vor vielen Fragen und großen Veränderungen. Das bedeutet wachsende Aufgaben für die Wohlfahrtsverbände - auch für die Kirchen und die Diakonie.
 
Warburger Schuldnerberatungsstelle Zum Selbstverständnis der Diakonie gehört es, jeden Menschen, der Hilfe braucht, ernst zu nehmen und mit ihm gemeinsam nach Lösungen zu suchen. In der Familien- und Lebensberatung, der Schwangerenberatung, der Migrantenberatung, in der Sucht- und der Schuldnerberatung stehen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. Ratsuchenden zur Seite. Sie begleiten die Klienten bei ihren Bemühungen um einen Weg aus der Krise. Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass dies weiterhin möglich ist.

  1. Zum Beispiel Familie A.

    Herr und Frau A. sind Eltern von drei Kindern. Eine Tochter ist verhaltensgestört und leidet außerdem an den Folgen eines schweren Unfalls. Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit wagte Herr A. den Schritt in die Selbstständigkeit. Nach drei Jahren musste er wieder aufgeben, es blieben Schulden von 40.000 Euro. Herr A. bemühte sich um Arbeit, erhielt befristete Beschäftigungen, dann wurde er dauerhaft krank. Aufgrund seines Schwerbehindertenstatus steht Herr A. heute dem Arbeitsmarkt nur noch eingeschränkt zur Verfügung und ist damit praktisch nicht mehr vermittelbar.
     
    Die Familie verfügt derzeit über 1.550 Euro monatlich; 650 Euro kostet allein das Wohnen, hinzu kommen die Rückzahlungen. Die Behinderung der Tochter verursacht erhebliche Kosten, und sei es nur die tägliche Fahrt zur Betreuung oder Therapie. Schließlich reichte das Geld nicht einmal mehr für die Gasrechnung, und so gab es sechs Monate lang weder Heizung noch warmes Wasser.
     
    Die Diakonie vermittelte zwischen Familie und Energieversorger, sodass die Gaslieferung wieder aufgenommen wurde. Der Berater ist in Kontakt mit der Familie geblieben, berät bei akuten finanziellen Problemen und hilft dabei, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln.
  2. Oder Herr W.

    Herr W. ist 30 Jahre alt. Er hat einen festen Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen. Vor einiger Zeit zerbrach eine Lebenspartnerschaft. Weil er seiner Partnerin jeden Wunsch erfüllte, blieben Schulden zurück. Hinzu kamen Depressionen und Alkoholprobleme. Herr W. verlor den Überblick, öffnete keine Post mehr, wusste nicht, wie es weiter gehen sollte.
     
    Erst als eine Lohnpfändung beim Arbeitgeber einging, entschloss er sich, zu handeln und die Schuldnerberatungsstelle der Diakonie aufzusuchen. Gemeinsam mit dem Berater erarbeitete er eine Übersicht über alle finanziellen Verpflichtungen. Kontakt zu allen Gläubigern wurde aufgenommen und ein Entschuldungskonzept erarbeitet. Gleichzeitig begann Herr W. mit einer Therapie. Er möchte seine Beziehung aufarbeiten und lernen, offensiv mit Problemen umzugehen.
     
    Durch Vermittlung der Diakonie erhielt Herr W. ein Darlehn, mit dem alle Gläubiger ausgezahlt werden konnten. Die Ratenhöhe kann Herr W. leisten, auch wenn er dazu seine Lebensführung über viele Jahre hinweg stark einschränken muss. Er ist fest entschlossen, es zu schaffen.
  3. Oder Frau Z.

    Frau Z. ist Mutter von drei kleinen Kindern. Das Einkommen ihres Mannes ist sehr gering, immer wieder hat es auch Schwierigkeiten in der Partnerschaft gegeben. Während der vierten Schwangerschaft schließlich teilt ihr Mann ihr mit, dass er sich scheiden lassen will. Frau Z. zieht mit den Kindern in eine neue Wohnung.
     
    Während Frau Z. alle Hände voll zu tun hat, die neue Lebenssituation zu bewältigen und alleine für den Alltag der Kinder zu sorgen, findet Herr Z. immer wieder neue Ausflüchte dafür, keinen Unterhalt zu zahlen. Das ändert sich auch nicht mit der Geburt des vierten Kindes. Er beginnt sogar, Vaterschaften anzuzweifeln.
     
    Eine Beraterin der Diakonie begleitet Frau Z. durch diese Zeit des Umbruchs und wird ihr auch zukünftig in Krisensituationen zur Seite stehen.
  4. Oder Frau K.

    Frau K. ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Ihr inzwischen verstorbener Mann hat aus selbstständiger Tätigkeit Schulden hinterlassen, an denen Frau K. und ihre Söhne mehr als zehn Jahre lang abbezahlt haben. Die Schuldnerberatung der Diakonie hat sie durch diese Zeit begleitet. Frau K.s Lebensmut ist nur sehr langsam zurückgekehrt, dann aber hat sie sich erfolgreich um einen festen Arbeitsplatz bemüht.
     
    Als alles überstanden schien, erkrankte Frau K. an Krebs. Immer wieder muss sie sich seitdem äußerst belastenden Behandlungen unterziehen. Das Krankengeld reicht nicht aus, sie erhält ergänzende Sozialhilfeleistungen. Aber auch damit reicht das Geld kaum. Neben den Krankenhauszuzahlungen werden sogar so kleine Dinge wie Sportschuhe oder ein Trainingsanzug für die Reha zum Problem.
     
    Ein Mitarbeiter der Diakonie ist für Frau K. da. Er unterstützt sie beim Rentenantrag oder bei Verhandlungen mit Ämtern und bemüht sich um zusätzliche Unterstützungszahlungen, etwa durch die Deutsche Krebshilfe. Auch die Diakonie kann etwas Geld für Frau K. bereitstellen.

 
Unterschiedlichste Notlagen führen immer mehr Menschen zu den Beratungsstellen der Diakonie. Armut oder Sucht, Partnerschafts- oder Erziehungsprobleme sind zentrale Ursachen für die oft sehr vielschichtigen Probleme der Menschen. Vor allem die Arbeitslosigkeit mit ihren sowohl materiellen als auch psychosozialen Folgen ist ein Hauptgrund für die Hilfebedürftigkeit. Schließlich ist es schon lange nicht mehr so, dass jeder Arbeitsuchende auch eine Beschäftigung findet - und dass jeder, der einmal Arbeit hat, diese auch behält.
 
Die Diakonie dankt Ihnen herzlich für Ihre Spende. Damit helfen Sie Menschen, für die ein Neubeginn aus eigener Kraft kaum möglich ist.

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Schuldnerberatungsstelle

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