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Diakonie reagiert auf angespannte Haushaltslage
Bahnhofsmissionen setzen nur noch aufs Ehrenamt
Paderborn / Altenbeken (dph) -
Das Sozialwesen ist im Umbruch und mit ihm die Wohlfahrtsverbände. Die Diakonie Paderborn-Höxter e.V., das ehemalige Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, sieht sich ebenso wie der Kirchenkreis selbst vor großen finanziellen Problemen. Bei wachsenden Aufgaben gehen Kirchensteuereinnahmen erheblich zurück. Besonders wirkt sich diese Situation auf solche Arbeitsbereiche aus, die nicht - wie etwa Schuldner- oder Suchtberatung - von der öffentlichen Hand refinanziert werden.
Um weiterhin ihre Kernaufgaben erfüllen zu können, hat die Diakonie Paderborn-Höxter e. V. jetzt erste Maßnahmen eingeleitet: Die Bahnhofsmission in Altenbeken und die gemeinsam mit IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit getragene Bahnhofsmission in Paderborn setzen nun wieder ganz auf das Ehrenamt.
"Bisher waren wir in der glücklichen Lage, die Arbeit bezahlen zu können", kommentiert Geschäftsführerin Jutta Vormberg. "In allen anderen Bahnhofsmissionen in vergleichbar großen Städten, wie Bielefeld oder Hamm, engagieren sich aber außer den Leitungskräften ausschließlich Ehrenamtliche." Auch in Paderborn werde das demnächst wieder so sein: "Uns ist sehr daran gelegen, dass das Angebot der Bahnhofsmission an beiden Orten erhalten bleibt. Deshalb müssen wir jetzt Einschnitte vornehmen, die wir lange vermeiden konnten."
Für die acht teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf insgesamt 1,75 Personalstellen bedeutet das das Dienstende. Im Juli soll die komplette Umstellung der Arbeit im Bahnhof vollzogen sein. "Wir tun unser Möglichstes, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neue Arbeitsbereiche zu vermitteln", so Vormberg. Denkbar seien etwa Einsatzmöglichkeiten in Kindertageseinrichtungen. Da aber die Stellenumfänge aller scheidenden Mitarbeiter sehr gering waren, bedeute die Stellenstreichung zunächst einmal für keinen der Betroffenen einen völligen Einbruch.
Bereits seit vielen Jahren arbeiten in den Bahnhofsmissionen Paderborn und Altenbeken Ehrenamtliche mit. "In der Zukunft wird das freiwillige Engagement - wie zu Beginn der Arbeit der Bahnhofsmissionen vor über 100 Jahren - wieder viel stärker an Bedeutung gewinnen", so die Geschäftsführerin der Diakonie weiter. Mit intensiven Schulungen, von denen nicht nur die Arbeit im Bahnhof, sondern auch die Teilnehmer selbst profitieren können, werden bereits seit dem letzten Jahr Ehrenamtliche auf die verschiedenen Aufgaben am Bahnhof vorbereitet. Koordiniert und begleitet wird die Arbeit weiterhin von den hauptamtlichen Leiterinnen Maria-Theresia Rump (in Paderborn, Tel. 0 52 51 - 26341) und Regine Berlau (in Altenbeken, Tel. 0 52 55 - 71 45). Interessierte sind herzlich eingeladen, den Dienst am Nächsten im Bahnhof mitzugestalten.
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