Sparbeschlüsse auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises

Gemeinschaft muss sich bewähren

Paderborn (ekp/Christine Hartlieb) - Die Zeit drängt. Die Finanzmittel aus Kirchensteuereinnahmen gehen in ganz Westfalen mit einer Schnelligkeit zurück, die in dieser Form kaum vorhersehbar war. Was für Konsequenzen der Evangelische Kirchenkreis Paderborn aus dieser Entwicklung zu ziehen hat, berieten am Freitag rund 120 Mitglieder der Kreissynode, des Kirchenparlamentes für die Kreise Paderborn und Höxter.
 

Synode - offizielles Bild
Wie kann der Kirchenkreis zukunftsfähig werden? Kunstwerke von Jugendlichen zum Thema "Ich träume meine Kirche" bildeten den Rahmen für die Diskussionen der Kreissynode um Finanzen und Sparmaßnahmen. Von links: Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik, Oberkirchenrat Martin Kleingünther (Bielefeld), Superintendentin Anke Schröder, Landeskirchenrat Dr. Rainer Dinger (Bielefeld), Synodalassessorin Ute Wendorff und KSV-Mitglied Heinz Köhler. FOTO: EKP/CHRISTINE HARTLIEB
 
Konnten die Gemeinden und Dienste des Kirchenkreises im Jahr 2003 noch mit 6,4 Millionen Euro aus Kirchensteuern wirtschaften, waren es im letzten Jahr nur noch 5,9 Millionen; 2005 werden für dieselben Aufgabenbereiche nur noch rund 5,4 Millionen Euro zur Verfügung stehen, Tendenz weiter sinkend. Dabei sind die Rücklagen, aus denen die Defizite der letzten Jahre aufgefangen werden konnten, bereits erheblich geschrumpft. Anders als evangelisch geprägte Regionen verfügt der Kirchenkreis Paderborn auch nicht über nennenswerten Grundbesitz, der Kapital erwirtschaften könnte.
 
Synode-Moderation
 
Superintendentin Anke Schröder (Mitte) moderierte die engagierten Debatten der Kreissynode um Finanzen und Sparmaßnahmen. Gemeinsam mit Synodalassessorin Ute Wendorf begrüßte sie als Vertreter der Landeskirche Oberkirchenrat Martin Kleingünther (vorn rechts) und Landeskirchenrat Dr. Rainer Dinger (links).    FOTO: EKP/CHRISTINE HARTLIEB
 
"Die Solidargemeinschaft, die in Zeiten des Verteilens entstanden ist, muss sich nun auch in den Zeiten des Abgebens und Teilens bewähren," appellierte der Finanzsauschussvorsitzende Martin Gasse in seinen Ausführungen zur wirtschaftlichen Lage. "Davon hängt die Zukunftsfähigkeit des Kirchenkreises ab." Personalwirtschaftliche Maßnahmen seien nun nicht mehr zu vermeiden, betrage doch der Anteil der Personalkosten rund drei Viertel der gesamten Ausgaben.
 
Bereits in diesem Haushaltsjahr sollen beispielsweise geänderte Vertretungsregelungen und eine sechsmonatige Wiederbesetzungssperre finanzielle Entlastungen bringen. Jetzt seien aber alle Gemeinden gefragt, Sparpläne zu erarbeiten, betonte Superintendentin Anke Schröder. Eine schnellstmögliche Aufgabenkritik auf allen Ebenen forderte auch Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik, der der Kreissynode erstmals einen Personalbericht vorlegte. Alle Arbeitsbereiche, von Kindertageseinrichtungen bis hin zur Seniorenarbeit, von der Verwaltung bis zur Erwachsenenbildung seien zu überprüfen. Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen.
 
Mit großer Mehrheit wurde schließlich eine Steuerungsgruppe damit beauftragt, der Kirchenkreisleitung bis zur Sommersynode im Juni ein tragfähiges Sparkonzept vorzuschlagen. Um im Entscheidungsprozess die Anliegen aller kirchlichen Aufgabenfelder zu berücksichtigen, besteht die Steuerungsgruppe aus Theologen und Laien, aus Vertretern der Gemeinden, dem Wohlfahrtsverband Diakonie, der funktionalen Dienste, der Mitarbeitervertretung und der Kirchenkreisleitung.
 
In einem gesonderten Beschluss bekannte sich die Kreissynode auch zu der rechtlich selbständigen, aber mit dem Auftrag der Kirche untrennbar verbundenen Diakonie. Im Rahmen des Möglichen soll der Diakonie Paderborn-Höxter e. V., die neben Beratungsstellen in Paderborn, Höxter und Warburg auch Bahnhofsmissionen unterhält und Mobile Jugendsozialarbeit anbietet, für die nächste Zeit Planungssicherheit gegeben werden.
 

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Synode Plenum
Auf der Tagung der Kreissynode im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn fielen die Beschlüsse mit großer Mehrheit. FOTO: EKP/CHRISTINE HARTLIEB

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