|
Jahreshauptversammlung der Diakonie Paderborn-Höxter e. V.
Vorbereitet auf die Herausforderungen der Zukunft
Bad Driburg (dph) - Die Auswirkungen der aktuellen Sozialreformen auf die Arbeit der Wohlfahrtsverbände sind vielfältig. Auch die Diakonie ist betroffen. Bei der Jahreshauptversammlung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. am Mittwoch in Bad Driburg war "Hartz IV" daher ein beherrschendes Thema.
Rund 50 Vertreter des evangelischen Kirchenkreises Paderborn und seiner Gemeinden sowie weiterer diakonischer Träger in den Kreisen Paderborn und Höxter hatten sich versammelt, um über die Zukunft der Diakonie Paderborn-Höxter zu beraten. Bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen (10% weniger) und immer knapper werdenden öffentlichen Zuschüssen, etwa im Bereich der Migrantenberatung, wird die Aufrechterhaltung eines offenen Angebotes sehr erschwert.
Offenheit für alle Hilfesuchenden und Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse - Kernanliegen diakonischen Handelns - werden immer schwieriger. Wartelisten in den Beratungsstellen und eine enge Zielsetzung auf bestimmte Leistungen auf Seiten der Zuschussgeber werden zur Regel.
Hier ist eine Wertediskussion zu führen - Anforderungen wie "Erfolgskontrolle" und "Wettbewerbsfähigkeit" gilt es mit den Grundsätzen christlich geprägter Wohlfahrt in Einklang zu bringen. Das gilt auch für den Bereich der Ausschreibungen: Um die Auftragsvergabe von sozialen Dienstleistungen - etwa die Betreuung von Suchtkranken - konkurrieren neben Wohlfahrtsverbänden auch private Anbieter.
Im Berichtsjahr 2003 konnte das Beratungsangebot der Diakonie Paderborn-Höxter an den Standorten Paderborn, Warburg und Höxter stabil gehalten werden. Die gemeinsam mit IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit betriebene Bahnhofsmission Paderborn wurde durch stärkeren Einsatz Ehrenamtlicher und durch engere Kooperation der Partner vor dem drohenden Aus gerettet. Die Fortführung des Projekts "Pazany" zur Integration und Gewaltprävention bei männlichen Migrantenjugendlichen im Paderborner Osten - jüngst gewürdigt vom NRW-Innenminister - wird weiterhin mit den öffentlichen Geldgebern verhandelt.
Die Planungen für 2005 hängen stark von der Umsetzung der Sozialreformen ab, die in vielen Details noch nicht feststeht. "Unsere Stärke liegt in unserer Innovationskraft", betonte Geschäftsführerin Jutta Vormberg im Rahmen ihres Vorstandsberichtes. Die Diakonie Paderborn-Höxter sei gut darauf vorbereitet, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Ein Prozess zur Qualitätssicherung, verstärkte Kooperationen, flexibler Umgang mit neuen Anforderungen, verstärkte Lobbyarbeit und vieles mehr begleiteten den Weg der Diakonie in die Zukunft.
Einstimmig wurden der Verwaltungsrat sowie Vorstand und Geschäftsführerin Jutta Vormberg vom Plenum entlastet. Verwaltungsratsvorsitzende Anke Schröder dankte der Geschäftsführung "nicht nur für den Bericht, sondern auch für die Arbeit, die dahinter steht." Ebenfalls einstimmig verlief die Wiederwahl von Wolfgang Weigel in den Verwaltungsrat.
|