20 Jahre Sozialpädagogische Familienhilfe von AWO und Diakonie

Von A wie Armut bis Z wie Zukunft

Paderborn (dph) - "20 Jahre Sozialpädagogische Familienhilfe, das sind 20 Jahre geduldige, einfühlsame und verständnisvolle Arbeit mit Menschen, die den Herausforderungen des Lebens alleine nicht mehr gerecht werden können." Die Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder, drückte ebenso wie zahlreiche andere Ehrengäste ihren Respekt vor der kontinuierlichen Arbeit der AWO Paderborn und der Diakonie Paderborn-Höxter e. V. aus. Anlass war ein Empfang, zu dem die beiden Wohlfahrtsverbände am Donnerstag in das Paul-Gerhardt-Haus eingeladen hatten.
 
Wirken und Wandel der Sozialpädagogischen Familienhilfe
Wirken und Wandel der Sozialpädagogischen Familienhilfe: (von links nach rechts) Christina Alder-Kriener (Leitung SPFH der AWO), Harald Ehlers (Geschäftsführer AWO), Jutta Vormberg (Vorstand Diakonie), Günter Bitterberg (Vorsitzender AWO), Superintendentin Anke Schröder (Kirchenkreis Paderborn) und Conrad Schlegel (Leitung SPFH Diakonie) blickten auf Vergangenheit und Zukunft der sozialen Arbeit mit Familien.
 
Seit 1984 engagieren sich AWO und Diakonie für Familien in Stadt und Kreis Paderborn. Auch wenn es zuvor bereits intensive Bemühungen um Familien in sozialen Notlagen - z. B. durch den Einbau von Nasszellen in Obdachlosen-Unterkünfte - gegeben habe, so sei die Einführung des damals noch jungen Ansatzes der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) ein entscheidender Schritt nach vorn gewesen, erinnerte sich Günter Bitterberg, Vorsitzender der AWO Paderborn.
 
"Hilfe zur Selbsthilfe" ist dabei ein entscheidendes Stichwort - Beratung und Betreuung sollen den Familien helfen, ihre Alltagsprobleme, Konflikte und Krisen zu meistern und den Kontakt mit Ämtern und Einrichtungen zu verbessern. Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche erhalten dadurch eine Chance, so lange wie vertretbar in der Herkunftsfamilie zu bleiben. Ein "Familien-Alphabet", vorgestellt von den Leitern der SPFH-Dienste Christina Alder-Kriener (AWO) und Conrad Schlegel (Diakonie), illustrierte eindrucksvoll die Wirklichkeit dieser Arbeit: Die Spanne reicht von A wie "Armut", "Alleinerziehend" oder "Alkohol" bis hin zu Z wie "Zuhören" oder "Zukunft".
 
In 20 Jahren SPFH hat sich aber auch ein entscheidender Wandel ereignet: Haben sich die betreuenden Sozialarbeiter früher an den Defiziten der Familie orientiert, richten sie heute ihr Augenmerk auf die spezifischen Fähigkeiten und Stärken der Kinder und ihrer Eltern. "Erneuert haben sich damit weniger die Methoden, als vielmehr die Haltung, mit der wir den Familien begegnen", so Jutta Vormberg, Vorstand der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
 
Damit reagiert die Sozialarbeit auch auf die immer komplexer werdenden Gesellschaftsstrukturen: "Wir erleben seit 1984 eine Pluralisierung von Lebenslagen und eine Individualisierung von Lebensweisen", referierte Sergio Chow vom Diakonischen Werk Westfalen. "Die Familie tritt immer mehr an den Rand unserer Gesellschaft." Er rief dazu auf, neben den Familien in akuten sozialen Schwierigkeiten die Lebensform der Familie insgesamt mehr in das Blickfeld der Wohlfahrtsverbände zu rücken.
 
Großen Dank für die gute Zusammenarbeit mit AWO und Diakonie überbrachten Kreisdirektor Heinz Köhler für den Kreis Paderborn und der stellvertretende Paderborner Bürgermeister Joseph Vögele. "Oft hilft ja ein informelles Telefonat mehr als ein noch so langer Brief", so Vögele. Er verwies auch auf die wichtige Arbeit der SPFH mit Migrationsfamilien: "Jeder vierte Bürger Paderborns ist nicht in Deutschland geboren." Sie wünschten Gottes Segen für die weitere Arbeit, ebenso wie Superintendentin Anke Schröder: "Alle, die mit Menschen und für Menschen arbeiten, machen diese Welt ein bisschen heller und wärmer."

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20 Jahre Sozialpädagogische Familienhilfe von AWO und Diakonie
Wirken und Wandel der Sozialpädagogischen Familienhilfe: (von links nach rechts) Conrad Schlegel (Leitung SPFH Diakonie), Christina Alder-Kriener (vorn, Leitung SPFH der AWO), Harald Ehlers (Geschäftsführer AWO), Günter Bitterberg (Vorsitzender AWO), Jutta Vormberg (Vorstand Diakonie), stellv. Bürgermeister Joseph Vögele, Superintendentin Anke Schröder (Kirchenkreis Paderborn) und Kreisdirektor Heinz Köhler blickten auf Vergangenheit und Zukunft der sozialen Arbeit mit Familien.
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