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25 Jahre Diakonie-Beratungsstelle Warburg
Beratungsbedarf: Tendenz steigend
Heute können sich Ratsuchende aus Warburg an ein spezialisiertes Team wenden, das Dienste in der Familien- und Lebensberatung, der Suchtberatung, der Schuldner- und Insolvenzberatung, der sozialpädagogischen Familienhilfe und der gesetzlichen Betreuung anbietet: (v. rechts n. links) Nicole Laue, Evelyn Vornweg, Andrea Teipen-Dzaak, Leiterin Katharina Linpinsel, Herta Deuermeier, Judith Menne, Cordula Peters und Sekretärin Ingrid Kappen.
Warburg (ekp) - Es begann in einem kleinen Büro in der Warburger Sternstraße: ein Schreibtisch, ein alter Aktenschrank, eine mechanische Schreibmaschine und ein Stapel veralteter Briefkopfbögen, die jedesmal per Hand mit der Adresse des Diakonischen Werkes in Paderborn versehen werden mussten. Das war vor 25 Jahren. Für diakonische Aufgaben im Altkreis Warburg sollten nun nicht mehr die Kolleginnen aus Höxter zuständig sein, sondern die neu eingestellte Schwester Marlis Bethlehem.
Hausbesuche, Kontakte zu Obdachlosen und die allgemeine Beratung von Familien bei finanziellen und sozialen Problemen standen in den ersten Jahren im Mittelpunkt der Arbeit. Außerdem organisierte Schwester Marlis Familienfreizeiten. Es war viel zu tun. Vor allem sozial benachteiligte Familien wandten sich immer wieder an die Sozialpädagogin.
Ab 1986 - nach sieben Jahren! - konnten endlich weitere MitarbeiterInnen eingestellt werden, zunächst jedoch immer nur ABM-Kräfte auf Zeit. Ein Jahr später zog die Diakonie in die Räumlichkeiten der ehemaligen Küsterwohnung ein; eine Kleiderkammer wurde eingerichtet, und der neue Schwerpunkt der offenen Altenarbeit erhielt endlich genügend Platz für all seine Aktivitäten.
Mit dem Ende der 80er Jahre begann dann die Spezialisierung der Beratungsarbeit in der Warburger Diakonie: Zu der allgemeinen Familien- und Lebensberatung kam als erster neuer Schwerpunkt die Suchtberatung - zahlreiche Anfragen hatten gezeigt, dass in diesem Bereich eine gezielte Betreuung besonders notwendig war. In den Jahren 1993-2001 wurde aufgrund erhöhten Bedarfs Beratung für Aussiedler und Asylsuchende angeboten, in den Folgejahren wurden die Schuldner- und Insolvenzberatung sowie die Arbeitsbereiche der gesetzlichen Betreuungen und der sozialpädagogischen Familienhilfe installiert. Endlich konnten auch langfristig zusätzliche MitarbeiterInnen eingestellt werden.
Wer heute die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Hauses Sternstr. 19 betritt, findet eine freundliche, modern ausgestattete Beratungsstelle mit sechs Büros und sieben größtenteils hauptamtlichen Mitarbeiterinnen vor. Die einzelnen Dienste sind zwar spezialisiert, aber sie arbeiten eng zusammen, so dass Personen oder Familien mit Beratungsbedarf in verschiedenen Bereichen unkompliziert unter einem Dach Hilfe erhalten können.
Offene Sprechstunden (Mo-Fr 9-11 Uhr, Mo außerdem 15-17 Uhr) bieten allen Ratsuchenden die Möglichkeit, ohne Anmeldung ein erstes Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Hier wird gemeinsam geklärt, in welchen Bereich das jeweilige Problem fällt, ob eventuell an eine andere Stelle des sozialen Netzes weitervermittelt werden sollte, oder ob sogar unmittelbare Krisenintervention notwendig ist.
Die Diakonie-Beratungsstelle Warburg ist eine Einrichtung der Diakonie Paderborn-Höxter e.V., des Wohlfahrtsverbandes im Kirchenkreis Paderborn. Seit der Verabschiedung von Schwester Marlis Bethlehem im Jahr 2001 liegt die Leitung bei der Diplom-Pädagogin und Sozialtherapeutin Katharina Linpinsel. Rund 500 Fälle werden hier im Jahr betreut - angesichts von Sozialabbau und zunehmender Arbeitslosigkeit mit steigender Tendenz. "Ich empfinde es als großes Glück, dass der Mensch bei uns nicht nur eine Akte, sondern ein Individuum mit Würde, Fähigkeiten und Ressourcen ist", fasst die Familienberaterin Cordula Peters die Erfahrungen ihrer Arbeit zusammen. "Ich begebe mich gemeinsam mit den Hilfesuchenden auf den Weg, um Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Gesamtsituation zu suchen."
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