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20 Jahre ökumenische Kleiderkammer
Doppelt guter Zweck

| | Zum Teil seit 20 Jahren engagiert dabei: die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der ökumenischen Kleiderkammer im Haus der Evangelischen Kirche, Klingenderstraße 13.
Foto: ekp / Christine Hartlieb |
Paderborn (ekp) Eine ganze Familie mit Kleidung zu versorgen, kostet oft viel Geld - mehr, als so manches Elternpaar aufbringen kann. Für bedürftige Familien aus dem Paderborner Osten gibt es daher seit nunmehr 20 Jahren eine Alternative zum herkömmlichen Kaufen: die ökumenische Kleiderkammer der katholischen Stephanus-Gemeinde und des benachbarten evangelischen Pfarrbezirks "Martin Luther". Gespendete Altkleider, Schuhe und Haushaltswäsche werden an einem Nachmittag in der Woche gegen geringe Spendenbeträge abgegeben.
Die Nachfrage ist nach wie vor groß. "Unsere Arbeit ist gerade in der Nähe zu den Stadtteilen Kaukenberg und Lieth von großer Wichtigkeit," resümmiert Gerhard Reuter, Sozialarbeiter der Diakonie Paderborn-Höxter e. V und Koordiator der Kleiderkammer. "Aber auch aus anderen Teilen Paderborns finden immer mehr Menschen den Weg zu uns. In den 20 Jahren unseres Bestehens sind wir bekannt geworden." Rund 50 Interessenten kommen pro Öffnungstag, darunter viel "Stamm"-Publikum. Die meisten von ihnen sind Aussiedler, auch Aramäer und Türken fragen verstärkt nach.
Getragen wird die ökumenische Kleiderkammer durch das ehrenamtliche Engagement von 13 Frauen, die zum Teil seit der Gründung mit dabei sind: Sie nehmen die Kleiderspenden an, betreuen die Kunden, geben die Kleidung aus und sorgen für die Abrechnungen. Die Tatkraft der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist umso bemerkenswerter, als ihnen bei der Arbeit nicht nur Freundlichkeit begegnet: Undankbarkeit, sogar Beschimpfungen und Betrugsversuche sind schon vorgekommen. Dennoch lassen die Frauen sich nicht beirren, schließlich ist der Zweck ihres Engagements ein doppelt guter: Die Kleiderkammer versorgt nicht nur Bedürftige mit Kleidung, sondern kann mit dem Spendenerlös auch gezielt bedürftige Familien der beiden Gemeinden unterstützen. "Manchmal ärgern wir uns zwar, aber vor allem erreichen wir viel Gutes," ist die einhellige Meinung. "Deswegen bleiben wir dabei."
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