Achtung:
Unseriöse Kreditvermittler

Diakonie-Schuldnerberatung und Verbraucherzentrale
warnen vor unseriösen Schuldenregulierern

4. Juni 2003

PADERBORN, HÖXTER, WARBURG – Unseriöse Kreditvermittler und vorgebliche Schuldenregulierer nutzen immer häufiger die Notsituation überschuldeter Familien in Deutschland aus. Denn während diese teils lange auf eine Schuldnerberatung warten, werden viele von ihnen zum Opfer von unlauteren Geschäftemachern.

Die Masche ist immer die Gleiche. Die unseriösen Schuldenregulierer und Kreditvermittler verkaufen sich als „rettende Engel“: Sie vermitteln Kredite ohne Schufa-Auskunft oder bieten einen vermeintlichen „Königsweg“ zur kurzfristigen Schuldner- und Insolvenzberatung an. Durch unsinnige und überteuerte Vermittlungsprovisionen ziehen sie den verzweifelten Schuldnern das „letzte Hemd“ aus. Sind so genannte „Vertragsanwälten“ mitbeteiligt, zahlen die Schuldner gleich doppelte Honorare.

Dabei ist die angebotene „Dienstleistung“ in der Regel völlig wertlos. Das böse Erwachen kommt für die Schuldner, wenn der Gerichtsvollzieher erneut vor der Tür steht, weil keine Regulierung beim Gläubiger stattgefunden hat.

Die Adressen der Schuldner besorgen sich die Armutsprofiteure über öffentliche Schuldnerverzeichnisse, in denen die Schuldner – zum Beispiel bei Abgabe der eidesstattlichen Versicherung – eingetragen werden. Zwar kann die gewerbliche Verwendung von Schuldnerlisten mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden, doch sind die Gewinnaussichten für die unseriösen Geschäftemacher zu groß. Eine Kontrolle der Bezieher von Schuldnerlisten hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit ist praktisch nicht möglich.

Die unseriösen „Schuldenregulierer“ sind nicht zu Rechtsberatungen befugt. Sie sind nicht als Insolvenzberatungsstelle anerkannt und daher auch nicht in der Lage eine echte Schuldenregulierung herbeizuführen. Betreiber solcher dubioser Firmen sind inzwischen wegen Betruges zu Haftstrafen verurteilt wurden. Bereits geschädigte Verbraucher sollten sich also nicht scheuen, ihren Fall der Verbraucher-Zentrale mitzuteilen.

Die Schuldnerberatung der Diakonie Paderborn-Höxter und die Verbraucher-Zentrale Paderborn raten dringend allen Schuldnern, sich nicht von unseriösen Kleinanzeigen beeinflussen zu lassen. Sie sollten sich an eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der Wohlfahrtsverbände wenden, die kostenlos berät. Auch Rechtsanwälte oder Steuerberater können beraten, verlangen in der Regel allerdings ein Honorar.

Informationstermine kann die Schuldnerberatung der Diakonie Paderborn-Höxter kurzfristig vergeben. In diesen Kurzberatungen können bereits erste Schritte vereinbart werden, die zu einer Entspannung der Situation beitragen. Die Paderborner Verbraucher-Zentrale in der Grunigerstraße 2 hält für überschuldete Familien den Ratgeber „Geschafft: Schuldenfrei!" (7,80 Euro) bereit, der neben wichtigen Tipps für Schuldner auch Musterschreiben zur Korrespondenz mit Gläubigern oder zu Pfändungsschutzmaßnahmen enthält.

Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Konto-Nr.  2 105 039 010
KD-Bank, Münster
BLZ  350 601 90

 

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