Geburtshelfer bei wichtigen Reformen
6. April 2003
KIRCHENKREIS PADERBORN - Die Diakonie sucht einen neuen Vorstand. Seit einigen Wochen läuft das Bewerbungsverfahren für eine Nachfolge von Till Heidlindemann (48), der ab Mai die Geschäftsführung des Diakonischen Werkes Christophorus e.V.
in Göttingen übernehmen wird. Heidlindemann, der die Geschäfte der Diakonie Paderborn-Höxter seit Februar 1999 führte, wurde am 4. April offiziell verabschiedet.
Im Gespräch mit der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ ließ der scheidende Vorstand seine Arbeit Revue passieren, die in besonderem Maße geprägt war vom strukturellen Ausbau des Vereins „Diakonie Paderborn-Höxter e.V.“, der Ende
1998 aus dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Paderborn hervorging.
„Ziel dieser formalen Trennung von Diakonie und Kirchenkreis war die wirtschaftliche und unternehmerische Verselbstständigung des Wohlfahrtsverbandes“, so Heidlindemann im Rückblick. Verwaltung und Leitung des Diakonie-Vereins sollten
optimiert und Entscheidungsabläufe verkürzt werden, um auf dem schnelllebigen Sozialmarkt bestehen zu können. Buchführung und Personalverwaltung blieben beim Kreiskirchenamt, das allerdings als „externer Dienstleister“ nunmehr vertraglich
mit diesen Arbeiten beauftragt wurde.
Nach dieser Umstrukturierung folgte die Phase der wirtschaftlichen und konzeptionellen Stabilisierung und Konsolidierung. Das Jahr 2001 werden die Paderborner Diakonie-Mitarbeiter/innen als „Jahr der Umzüge“ in Erinnerung behalten: Die
Geschäftsstelle zog um in das ehemalige Pfarrhaus an der Klingenderstraße; ein neues Beratungszentrum entstand in der Paderborner Innenstadt, die neu geschaffene „Mobile Jugendsozialarbeit“ zog in Räume des Martin-Luther-Pfarrbezirks im
Stadtteil Kaukenberg. Fachlich ausgebaut wurde die Sozialpädagogische Familienhilfe und die Schuldner- und Insolvenzberatung an den drei Standorten Paderborn, Höxter, Warburg. Ein weiterer Meilenstein war die Einrichtung einer Schwangeren-
und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle im Kreis Paderborn.
Ökumenische Zusammenarbeit wurde mit der Caritas in der Sucht- und Drogenberatung im Kreis Höxter aufgebaut sowie mit IN VIA in der Bahnhofsmission in Paderborn. Mit Sprechstunden der einzelnen Beratungsangebote in zahlreichen Gemeinden
des Kirchenkreises möchte die Diakonie zusätzlich die Wege der Ratsuchenden verkürzen.
Die Diakonie hat sich mit diesen und weiteren Beratungsangeboten zu einem profilierten Wohlfahrtsträger in den Kreisen Paderborn und Höxter entwickelt. „Trotz neuer Rechtsstrukur ist die Diakonie stärker denn je in den einzelnen Regionen
des Kirchenkreises präsent", so Heidlindemann. Angesichts der angekündigten Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand werde sich der evangelische Wohlfahrtsverband im Hochstift weiterhin dafür einsetzen müssen, dass Ausgabenkürzungen
nicht zulasten Schwacher und Hilfsbedürftiger umgesetzt werden.
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