Positive Entwicklung der gemeinsamen Suchtberatung von Diakonie und Caritas

13. März 2003

KREIS HÖXTER - Bei der Geburt des dritten Kindes gab Heike M.* (27) ihre Teilzeitbeschäftigung als Bürokauffrau auf. Von da an gelang es ihr nur noch selten, ihren Mann zur Mithilfe bei Hausarbeit und Erziehung zu bewegen. Die Streitereien häuften sich. Der Ehemann zog schließlich aus der gemeinsamen Wohnung aus. Enttäuscht und verbittert griff Heike M. immer öfter zur Weinflasche.

Dank des neuen Konzepts der "Drogen- und Suchtberatung im Kreis Höxter" gibt es für Menschen wie Frau M. seit einem halben Jahr klare Ansprechpartner. "Die bestehenden Einrichtungen in Brakel und Warburg sind Anlaufstellen für Ratsuchende", sagt Joachim Werth vom Caritas-Beratungszentrum in Brakel. Von hier aus wird seit Juli 2002 die gemeinsame, kreisweite Drogen- und Suchtberatung des Caritas-Verbandes Höxter und der Diakonie Paderborn-Höxter koordiniert.

"Innerhalb unserer Öffnungszeiten können sich Betroffene telefonisch oder persönlich anmelden", erläutert Joachim Werth. Mit Berufstätigen können Termine in den Abendstunden vereinbart werden; in den größeren Gemeinden des Kreises werden zusätzlich Außensprechstunden angeboten. Über das gesamte Jahr verteilt, kamen 2002 insgesamt 485 Ratsuchende zur Drogen- und Suchtberatung von Caritas und Diakonie im Kreis Höxter.

Viele Betroffene sind anfangs sehr zurückhaltend und misstrauisch. Erst nach vielen vertrauensvollen Beratungsgesprächen fassen sie Mut, den Schritt zu einem Leben ohne Alkohol zu machen. So sind die  Mitarbeiter von Caritas und Diakonie meist als vertrauensvolle Gesprächspartner gefragt.

"Die vom Kreis finanziell mit großem Anteil unterstützte Kooperation der beiden Wohlfahrtsverbände seit Juli 2002 hat sich bewährt", sagt Katharina Linpinsel. Die Umsetzung des von beiden Trägern erarbeiteten Gesamtkonzepts habe bereits einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Versorgung von suchtgefährdeten und suchtkranken Personen im Kreis geleistet.

"Wir blicken durchweg positiv in die Zukunft", sind sich Caritas und Diakonie einig. Schon heute zeige sich, dass die regelmäßigen gegenseitigen Absprachen und der Austausch von Erfahrungen und Informationen zwischen der Suchtberatung der Caritas (seit 30 Jahren in Brakel) und der Diakonie (seit 12 Jahren in der Beratungsstelle in Warburg) zu einer qualitativen Weiterentwicklung des Beratungsangebotes geführt haben. Dieser Team-Effekt wird sich in Zukunft verstärken und die Zusammenarbeit zur Versorgung suchtgefährdeter und suchtkranker Menschen weiter verbessern. Unter den gegebenen Umständen sind beide Wohlfahrtsträger sicher, die Suchtkrankenhilfe im Kreis Höxter weiter bedarfsgerecht ausbauen zu können.

Nicht alle Betroffenen schaffen es, wie Heike M., ihre seelische Abhängigkeit schnell in den Griff zu bekommen. In manchen Fällen dauert es Monate, bis die Betroffenen den Weg aus der Sucht finden. Heike M. wurde inzwischen von der Suchtberatung in eine Therapie vermittelt. Hier lernt sie, mit sich und den Anforderungen, die ihre Kinder an sie stellen, aus eigener Kraft fertig zu werden - ohne das "Hilfsmittel" Alkohol.

*) Der Name wurde zum Schutz der Betroffenen geändert!

 

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Weitere Informationen und Kontakt zur Drogen- und Suchtberatung:

Caritas Beratungszentrum Brakel, Telefon 05272 3714-60  (Mo bis Do, 8.30 Uhr - 12.30 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr; Fr 8.30 Uhr - 12.30 Uhr)

Diakonie Beratungsstelle Warburg, Telefon 05641 7888-0 (Mo, 9.00 Uhr - 11.00 Uhr und 15.00 bis 17.00 Uhr; Di bis Fr 9.00 Uhr - 11.00 Uhr)

Sprechstunde Beverungen, Lange Straße 3 (Di 15.00 -  17.00 Uhr)

Sprechstunde Höxter, Papenbrink 9 (Mo 15.00 -  18.00 Uhr)

Sprechstunde Steinheim, Nieheimer Straße 30 (Mo 16.00 - 17.30 Uhr)

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