Teenie-Sprechstunde gegen Schwellenangst

12. März 2003

PADERBORN  - Der erste Termin bei Frauenärztin oder Frauenarzt ist für jedes Mädchen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Es ist ein Termin, dem viele mit Hemmungen und Angst entgegensehen. Um diese Angst zu überwinden, informierten sich rund 30 Mädchen aus Paderborn am Mittwoch (12. März) in der Diakonie Beratungsstelle in der Riemekestraße rund um das Thema „Body, Sex and Soul“.

Sexualpädagogin Andrea Rottmann von der Diakonie Paderborn-Höxter kennt die Probleme der Mädchen. Auf Anregung der Paderborner Arbeitsgruppe "Frauengesundheit" hatte sie zusammen mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn zu der Informationsveranstaltung eingeladen, die im Rahmen der diesjährigen Aktionen zum Internationalen Frauentag stattfand.

„Über gynäkologische Untersuchungen kursieren immer noch allerhand Ammenmärchen“, berichtet Rottmann. Trotz Aufklärungsunterricht in den Schulen und Information durch die Medien hätten viele junge Frauen nur eine vage Vorstellung über die biologischen Abläufe in ihrem Körper. Viele Mädchen trauten sich nicht, das intime Thema mit Eltern oder Lehrern zu besprechen und nutzten daher die Gelegenheit, sich in der Riemekestraße unverbindlich zu informieren.

Hier geht es nicht nur um Verhütung, die meisten wollen einfach die Hemmschwelle vor der Praxis von Frauenärztin oder Frauenarzt überwinden. Paderborner Gynäkologinnen und Gynäkologen hatten sich bereit erklärt, die Aufklärungsarbeit unentgeltlich zu unterstützen: An insgesamt sieben Nachmittagen haben die Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren Gelegenheit, bei einer „Teenie-Sprechstunde“, einen unverbindlichen Einblick in gynäkologische Praxen und die Untersuchungsabläufe dort zu erhalten.

„Es ist wichtig, dass sich die Mädchen frühzeitig mit dem Besuch bei Frauenärztin und Frauenarzt auseinander setzen“, so Rottmann. Wer das Thema bis nach dem ersten Geschlechtsverkehr aufschiebt, setze sich unnötig unter Druck. Auch über Verhütungsmaßnahmen sollten sich die Mädchen - wie natürlich auch die Jungen - rechtzeitig Gedanken machen.

Eine Aufgabe der Sexualpädagogin ist daher, über die verschiedenen Verhütungsmaßnahmen zu informieren. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften bei minderjährigen Mädchen ist in den vergangenen Jahren in erschreckendem Maße angestiegen, sagte Petra Hensel-Stolz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn. Dieser Trend lasse sich nur durch verstärkte Information der Mädchen umkehren.

 

 

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